Womit haben wir das verdient? | A 2019

Wanda (Caroline Peters) ist Oberärztin, überzeugte Atheistin und seit Jahren Feministin. Sie lebt mit ihrer 16-jährigen Tochter Nina (Chantal Zitzenbacher), einer Adotivtochter aus Vietnam und ihrem jüngeren Lebenspartner Tony (Marcel Mohab) in Wien.

Eines Tages bricht ihre wunderbare Welt jedoch jäh zusammen: Plötzlich geht es nicht mehr um Teenie-mäßiges Komasaufen oder Kiffen – Nina hat sich entschlossen zum Islam zu konvertieren und will nun einen Schleier tragen. Und sie meint es bitter ernst, so ernst, dass sie selbst Muslime mit ihrer Einstellung verschreckt. Kaum zu glauben, aber sogar die Mutter von Ninas Freundin Maryam, Hanife, selbst Muslima und Frauenrechtlerin, ist entsetzt von dem plötzlichen Wandel und bereit, Wanda zu helfen, um das Mädchen wieder zur Vernunft zu bringen.

Nina, die sich jetzt Fatima nennt, erklärt nicht nur das heimische Bad zur männerfreien Zone, sie betet auch fünfmal am Tag und geht nur noch im Burkini schwimmen. Für Wanda sind da endgültig Grenzen überschritten. Und zu allem Übel wird ihr Ex-Mann (Simon Schwarz) auch genau jetzt noch einmal Vater und seine Partnerin will unbedingt katholisch heiraten. Dabei waren sie doch alle immer so liberal und WG-erfahren, haben sich für die Rechte der Frauen eingesetzt und Rassismus bekämpft. Wanda weiß nur eins ganz sicher: Sie braucht erst einmal mehr Informationen. So geht sie mit Hanife zum Fastenbrechen, besucht einen Halal-Supermarkt und kauft schließlich einen Niqab. Noch weiß sie jedoch nicht, dass ihre Tochter heimliche Heiratspläne hegt.

Regisseurin Eva Spreitzhofer ist überzeugt, dass sich Rechte und Islamisten ein hinterwäldlerisches Frauenbild teilen und hinterfragt mit viel Humor, wie es mit der Toleranzgrenze der liberalen und freizügigen Gesellschaft steht. Ein wichtiges Thema im Wahljahr - hinreißend umgesetzt.  sg


Im Kino ab dem 24. Januar 2019

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