Colette, USA 2018

Nach ihrer Heirat mit einem 14 Jahre älteren Pariser Gelehrten zieht Sidonie-Gabrielle Colette (Keira Knightley) vom Land in die französische Hauptstadt und lernt die florierenden Salons im Paris um 1900 kennen. Sie taucht in die intellektuelle, literarische und künstlerische Welt ihres Mannes (Dominic West) ein.

Unter dem Pseudonym "Willy" lässt dieser von Ghostwritern in einer Redaktion Geschichten verfassen, die er als seine eigenen verkauft. Nebenbei hat er immer wieder Affairen, die seiner Frau zu schaffen machen. Dann wird auch sie als Ghostwriterin eingestellt. Ihr halbbiografischer Roman über das Leben der 15-jährigen Claudine wird zu einem Bestseller und zu einem kulturellen Phänomen: Sie hat den Teenager erfunden.

Ihre Reihe "Claudine" wird allgemein gefeiert und Willy und Colette werden zu Stars der Belle Epoque. Egal, ob Privatleben oder Sexskandale - alles fließt in ihre Romane ein. Aber Willy will Colette nicht als Urheberin ihrer Geschichten anerkennen.

Schließlich beginnt Colette eine Beziehung mit der Marquise de Belbeuf, auch Missy genannt (Denise Gough). Sie will ihr helfen, selbst berühmt zu werden. Willy setzt derweil alles daran, seine Frau an der Selbstständigkeit zu hindern und weigert sich, sie gehen zu lassen. Als sie es schließlich dennoch schafft, bekommt sie den Ruhm, der ihr gebührt und wird eine der anerkanntesten Schriftstellerinnen ihrer Zeit in Frankreich. Für Willy hingegen ist die Zeit im Rampenlicht bald vorbei.

Der Film kommt nicht etwa aus Frankreich, sondern aus den USA, und zeigt damit bereits vor seinem Erscheinen auf der Leinwand, dass Colettes literarischer Erfolg und ihr Kampf für Eigenständigkeit bis heute an Bedeutung wenig verloren haben. sg

Im Kino ab 3. Januar 2019

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