Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Die seit Ende Mai 2016 geschlossene Wohnung Friedrich des Großen kann nun wieder besucht werden. Es werden Sonderführungen angeboten. Foto: SPSG / Wolfgang Pfauder

Wiedereröffnung der Wohnung Friedrichs des Großen im Palais

Potsdam.

Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten am Sockelgeschoss des Neuen Palais öffnet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) die aufgrund der Baumaßnahmen seit Ende Mai 2016 geschlossene Wohnung Friedrichs des Großen (II., 1712-1786) wieder für den Besucherverkehr. Damit ist das durch seine kostbare Ausstattung zu den Höhepunkten friderizianischer Raumkunst zählende Appartement zum 250-jährigen Jubiläum des 1769 vollendeten Schlosses während regelmäßiger Führungen an den Wochenenden und im Rahmen von Sonderführungen zu besichtigen.

Schutzmaßnahmen während der Bauarbeiten
Im Rahmen des inzwischen abgeschlossenen Sonderinvestitionsprogramms 1 für die preußischen Schlösser und Gärten, das der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg  zur Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Kulturlandschaft aufgelegt haben, wurde das stark geschädigte Sockelgeschoss des Neuen Palais von Frühjahr 2014 bis Herbst 2018 umfassend saniert. Nach Schließung der Baustelle konnten nun alle Kunstgüter vorsichtig „entpackt“ und sorgsam gereinigt werden. Auch alle Kunstwerke stehen wieder an ihrem Platz.

250 Jahre Neues Palais
1769 war das Neue Palais nach siebenjähriger Bauzeit vollendet. Typisch für Friedrich den Großen: Die „Inbetriebnahme“ des Schlosses geschah noch bei laufendem Baubetrieb. So war die Königswohnung im Südostflügel bereits 1765 fertiggestellt. 1768 beging der König die Einweihung des Schlosses in Anwesenheit seiner Geschwister Amalie (1723-1787) und Heinrich (1726-1802). Im Juli 1769 fanden hier erstmals größere Festlichkeiten zur Vermählung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (II., 1744-1797) mit Friederike Luise von Hessen-Darmstadt (1751-1805) statt. Die zehntägigen Feierlichkeiten umfassten Illuminationen, Konzerte und andere Lustbarkeiten für das frisch vermählte Paar und dessen Gäste. Im gleichen Jahr konnte das Neue Palais erstmals einen offiziellen Staatsgast begrüßen, die Kurfürstin-Witwe Maria Antonia von Sachsen (1724-1780). Auch sie wurde mit aufwendigen Festlichkeiten und Theateraufführungen begrüßt. Im 18. Jahrhundert war das Neue Palais Gästeschloss, in dem während der sommerlichen Festsaison befreundete Herrscher und Familienmitglieder des Königs untergebracht wurden.  In diesen kurzen Zeiträumen bewohnte der König selbst die für ihn errichtete Königswohnung im Südostflügel. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Neue Palais zum Wohnschloss, zunächst für Kronprinz Friedrich (III., 1831-1888) und seine Ehefrau Victoria. Ab 1889 diente es dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) und seiner Familie bis 1918 als Residenz.

Sonderveranstaltungsprogramm im Jubiläumsjahr
Zur Feier des 250-jährigen Jubiläums richtet die SPSG Sonderveranstaltungen aus. Ein Höhepunkt war die  Wiedereröffnung der Königswohnung. Darüber hinaus werden bis November Themenführungen durch das Neue Palais angeboten. Die Führungen konzentrieren sich auf einzelne Bereiche des Schlosses und gestatten einen Blick in Räume, die noch nie für Besucher geöffnet waren. (ps/jk)

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