Der erste Eindruck zählt

Der erste Eindruck zählt

Chef-Dating in Beelitz: In kurzer Zeit kommen Arbeitgeber der Region und Arbeitsuchende ins Gespräch. Foto: Lange

Ein „Date“ mit dem Arbeitgeber in spe

Beelitz.

Man schaut sich tief in die Augen, spricht zwanglos ein paar Minuten miteinander und im Idealfall ist es Liebe auf den ersten Blick. So oder so ähnlich kennt man Speed-Dating aus dem Fernsehen. Um Speed-Datings ging es auch am vergangenen Mittwoch in Beelitz. Im Mittelpunkt standen allerdings nicht romantische Stunden zu zweit, sondern es ging vielmehr darum, Weichen für eine zukünftige Zusammenarbeit zu stellen.
Wie so oft im Leben, zählt auch beim potenziellen Chef der erste Eindruck. Die Agentur für Arbeit setzt beim Speed-Dating mit dem Chef darauf, dass der Arbeitgeber zuerst einen persönlichen Eindruck vom Bewerber bekommt. Üblicherweise kriegen die Chefs schriftliche Unterlagen der Bewerber auf den Tisch und die wenigsten werden zum Gespräch eingeladen. Sieben Chefs örtlicher Unternehmen trafen am Mittwoch im Deutschen Haus auf diese Weise auf insgesamt mehr als 20 Arbeitsuchende. Die Agentur für Arbeit hatte Arbeitgeber und Bewerber ins „Deutsche Haus“ eingeladen, um sich bei einem Speed-Dating kennenzulernen. Immerhin 40 Prozent der teilnehmenden Bewerberinnen und Bewerber konnten, laut Arbeitsagentur, in den vergangenen Chef-Datings in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermittelt werden.
„Offener, freier, lockerer“, schätzt Anja Braun von Critzmann Logistic die Atmosphäre nach nur wenigen Kennenlernrunden ein. Ein potentieller Bewerber, der auf ihrem Zettel von der Arbeitsagentur vorgemerkt war, sei jedoch nicht erschienen. Den freigebliebenen Platz nutzte sogleich eine Arbeitsuchende vor Ort. Sie suchte das Gespräch mit Anja Braun, um ihre Vorstellungen darzulegen. Im Ergebnis konnten Kontaktdaten ausgetauscht werden und ein Probearbeiten von beiden Seiten in Aussicht gestellt.

Die Uhr im Blick hatte während der Gespräche Marko Wilke, Geschäftsstellenleiter der Arbeitsagentur in Bad Belzig. In einem maximal fünfzehn Minuten dauernden Gespräch können beide Seiten ausloten, ob sie beruflich zusammenpassen. Nach Ablauf der Zeit ertönt eine Glocke, bestenfalls haben danach die Bewerbungsmappen den Besitzer gewechselt oder Telefonnummern wurden ausgetauscht. Ein Bewerbungsgespräch ersetzt das „Date“ nicht.
Jürgen Jakobs von Jakobs-Spargelhöfe zeigt sich angenehm überrascht. Er hatte gerade das dritte Kennenlerngespräch geführt und traf dabei durchweg auf „hochmotivierte Bewerber“. Der Personalbedarf ist im Unternehmen breit gestreut. Ob Koch/Köchin, Verkaufspersonal bis hin zu Marketing oder Buchhaltung sind die Betätigungsfelder vielfältig. Auf seiner Bewerberliste hat er nach drei Gesprächen drei Häkchen gesetzt. Ein Zeichen, dass weitere Gespräche folgen sollten.
Eine der Arbeitsuchenden im Deutschen Haus ist Jessica Schwanitz. Sie hat dreizehn Jahre lang mit Pferden gearbeitet. Aus gesundheitlichen Gründen musste die 32-Jährige den Job aufgeben. Im Anschluss folgte eine Weiterbildung. Mit der Bewerbungsmappe im Gepäck hat sie sich auf den Weg gemacht. Einige Gespräche hat sie bereits geführt. Sie schätzt die offene Atmosphäre und Gespräche auf Augenhöhe. Und: Für die 32-Jährige hat sich vorerst der Weg gelohnt. Ihre Bewerbungsmappe konnte sie bereits an den Mann beziehungsweise die Frau bringen.
Aber nicht nur geladene Teilnehmer begegneten sich im Deutschen Haus. Ein älteres Ehepaar hörte im Radion vom „Dating“ und nutzte bei einem Spaziergang die Chance, um nach einem Ausbildungsplatz für ihren Enkel nachzufragen. Auch hier konnten Mitarbeiter der Arbeitsagentur das Ehepaar mit Informationen versorgen. Für Auszubildende empfehlen sie den Besuch lokaler Jobbörsen wie beispielsweise die Jobinale, die am 3. April von 11 bis 17 Uhr in der Potsdamer Schiffbauergasse stattfindet. (ela)

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