Liebe und niederträchtige Intrigen

Liebe und niederträchtige Intrigen

In Szene: Hannes Schumacher als Ferdinand und Lara Feith als Luise. Foto: Thomas M. Jauk

Premiere von „Kabale und Liebe“ im Hans Otto Theater

Potsdam.

„Kabale und Liebe“, ein Drama von Friedrich Schiller, das dem einen oder anderen noch aus der Schulzeit ein Begriff sein könnte. Gehört es damit aber in die Mottenkiste? „Kabale und Liebe“ feierte am Freitagabend im Potsdamer Hans Otto Theater Premiere. Die Vorstellung war ausverkauft.

Dass die Inszenierung deutlich entstaubt daherkommt, wird dem Besucher gleich zu Beginn deutlich. Diskomusik erklingt, alle Akteure erscheinen in der Inszenierung von Tobias Johannes Erasmus Rott auf der Bühne. Sie begegnen sich im gleichen Licht und tanzen – jeder für sich, frei und beschwingt. Bis zu dem Moment, in dem sie sich in Ecken und Nischen verteilen. Nach dem Prinzip einer Puppenstube entstehen verschiedene Räume, die der Orientierung dienen und zugleich Enge und Raum unterstreichen. Das Bühnenbild ist auf das Nötigste beschränkt in schlichtem Weiß gehalten. Die Einfachheit konzentriert auf das Spiel der Darsteller.

Die Bürgerstochter Luise, gespielt von Lara Feith, liebt den Adelssprössling Ferdinand, den Hannes Schumacher darstellt. Zu Beginn des Stücks sind beide eng umschlungen auf der Bühne zu erleben, können kaum voneinander lassen. Kraftvoll spielen sie ihre Rollen. Was allerdings zu kurz kommt – zumindest äußerlich - sind die Standesunterschiede, die die beiden trennen.

Jörg Dathe scheint geradezu die Rolle als Präsident wie auf den Leib geschneidert. Genüsslich spielt er seine Macht aus und nur Augenblicke später heuchelt er gegenüber seinem Sohn väterliche Fürsorge. Die Inszenierung überzeugt mit starker Körpersprache – der einzelnen Akteure oder auch als Kette aus Familienmitgliedern, die an den Kindern zerrt.

Schillers „Kabale und Liebe“ erzählt die Geschichte zweier junger Menschen, deren Liebe an den Intrigen einer feudalen Ständegesellschaft scheitert. Stoff, der auch heute durchaus aktuell ist. Soziale Herkunft, Religionszugehörigkeit oder fremde Kulturen können Liebesbeziehungen wieder oder immer noch im Wege stehen. Das Premierenpublikum feierte die Akteure mit langanhaltendem Applaus.

Elke Lange

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