Kosten, die ans Eingemachte gehen

Kosten, die ans Eingemachte gehen

Eine Idee: Eintauchen in einer Wüstenregion. Animation: dan pearlman Erlebnisarchitektur

Kritik an den Plänen zur „Biosphäre 2.0“

Potsdam.

„Eine tolle Idee, die sich Potsdam nicht leisten kann“, so Carolin Herrmann, Vorsitzende des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Potsdam. Das bei den Ideenworkshops zur Biosphärenweiternutzung entwickelte Nachnutzungs- und Betriebskonzept sehen die Bündnisgrünen in Potsdam aus finanziellen und energetischen Gründen kritisch. „Bei der bedenklich steigenden Pro-Kopf-Verschuldung Potsdams und dem Zustand anderer Bildungseinrichtungen in der Stadt können wir uns kein Mammutprojekt leisten, welches trotz gutem Ideenkonzept weiterhin defizitär bleiben würde“, heißt es in einer Mitteilung. „Grundsätzlich ist an der Konzeptidee nichts auszusetzen. Wir befürworten es, Orte zu fördern, an denen mithilfe von Erlebnispädagogik die Folgen des Klimawandels erfahrbar gemacht werden. Dabei ist es auch richtig und wichtig, die Wissenschaftslandschaft in Potsdam mit ins Boot zu holen und Kooperationen beispielsweise mit dem PIK (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) anzustreben. Zur Realität gehört aber leider, dass der Umbau 17 Millionen Euro kosten würde, die die Stadt Potsdam nicht aufbringen kann – ganz zu schweigen von den nicht absehbaren Folgekosten“, so Carolin Herrmann weiter.
Die Teilfinanzierung durch Fördergelder sowie die Veräußerung des Parkplatzes und des Anschlusses eines nachhaltigen Tagungshotels an die Biosphäre seien zwar eine gute Idee, aber längst nicht ausreichend, um die Finanzierung zu sichern. Weiterhin sei zu befürchten, dass die Halle defizitär bleibt aufgrund nicht ausreichender Nachfrage, aber auch aufgrund der schwierigen energetischen Sanierung und der hohen Energiekosten. Zu vermuten ist, dass letztere durch den Umbau - Simulation verschiedener Klimazonen - noch steigen könnten.
Um den Stadtverordneten eine fundierte Entscheidung über das Konzept zu ermöglichen, fehle bislang ein belastbares und konkretes Energie- und Finanzierungskonzept. „Wir fordern Herrn Schubert daher auf, dieses Versäumnis nachzuholen, bevor eine überstürzte Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung herbeigeführt wird, nur um mit einem vermeintlichen Erfolg in den Kommunalwahlkampf starten zu können“, so Carolin Herrmann. (ela)

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