2019 steht im Zeichen der Spurensuche

Denkmal des Monats Februar: Das Lindowsches Haus (ehemaliges Obstzüchterhaus) in Werder/Havel. Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Obstzüchtergehöft inmitten der Stadt gehörte ursprünglich der Familie Lindow und wurde im Jahr 2006 durch die Stadt Werder / Havel käuflich erworben. Foto: AG „Städte mit historischen Stadtkernen“

Potsdam. Traditionell lud vergangene Woche die AG Historischer Stadtkern zum Pressefrühstück ein, um einen Rückblick für 2018 zu geben sowie über Veränderungen und laufende Projekte in den 31 Städten der Arbeitsgemeinschaft zu informieren. In Brandenburg leben zwei Drittel aller Menschen in Städten, welche die Früchte der Arbeit der AG ernten und vom verschönerten Stadtbild und kulturellen Erbe profitieren. „Unsere Stadtkerne sind Mittelpunkte des städtischen Lebens. Sie bieten ausgezeichnete Rahmenbedingungen, um in historischer Umgebung zeitgemäße Nutzungen zu ermöglichen. Viele Bürgerinnen und Bürger entscheiden sich ganz bewusst gegen das Großstadtleben und für unsere Altstädte.“, erklärt Frank Steffen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft und Bürgermeister der Stadt Beeskow.
2019 ist kulturell gesehen ein besonderes Jahr für die AG, da sich der Geburtstag Theodor Fontanes, dem Lokalstar Brandenburgs, zum 200. Mal jährt. „Alles Alte sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben.“ stellt daher auch eine gute Umschreibung der Arbeit der AG in diesem Jahr dar, da sie Altes in neuem Gewand erscheinen lässt und für die breite Masse erfahrbar macht. Gegründet durch die Liebe zu den alten Städten schaffte sie es, zerstörte Altstadtkerne wieder aufblühen zu lassen und ihnen neues Leben einzuhauchen. Die historischen Bauten sollen zudem nicht nur in Form von Kulturprojekten, wie Katrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburgs betont, sondern auch als Lebensraum zu einem bezahlbaren Preis zur Verfügung stehen. Unter dem Leitspruch „Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“ wird das Jahr 2019 im Zeichen der Spurensuche stehen, wie sich Fremdenverkehr und Reisen von Fontanes Lebzeiten bis hin zum heutigen Tage entwickelt haben. Steffen fasste die drei Schwerpunkte der AG-Arbeit zusammen: Neben der fachlichen Interessenvertretung wird vor allem an den Punkten Kultur sowie Marketing und Tourismus gearbeitet. 2019 sollen die Themenschwerpunkte Digitalisierung, die Radverbindung zwischen den einzelnen Städten, bezahlbares Wohnen und auch die energetische Sanierung der Bauten auf der Agenda stehen. „Wir brauchen eine Plattform zum Austausch“, merkt Bernd Rubelt, Baubeigeordneter der Landeshauptstadt Potsdam, an. So könne man sich gegenseitig inspirieren, aufklären und von den Erfahrungen anderer profitieren, auch auf die Beanspruchung des öffentlichen Raums bezogen.
Auch in Werder plant die AG 2019 die Fertigstellung  eines besonderen Projekts. Das Lindowsche Haus wurde nach jahrelangem Leerstehen 2006 von der Stadt erworben und in den da­rauf folgenden Jahren umgebaut und wieder instand gesetzt. Ganz im Sinne der Stadt Werder, die 2002 den Titel „Staatlich anerkannter Erhohlungsort“ verliehen bekam, soll das Lindowsche Haus nun in Zukunft als Touristinformation sowie als Laden für regionale Produkte genutzt werden. Zentral gelegen könnte das Haus somit als touristischer Knotenpunkt fungieren. Als Denkmal des Monats wird ihm im Februar besondere Aufmerksamkeit geschenkt. (jk)

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