Ungebremste Euphorie

Ungebremste Euphorie

Ein Blick auf die Karte: Das Vorhaben wurde vergangene Woche durch Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt; Stefan Frerichs, Leiter der Wirtschaftsförderung und Mirco Nauheimer (v.r.n.l.), Geschäftsführer der The RAW Potsdam GmbH, vorgestellt. Foto: Lange

Entwicklung des RAW-Geländes zum „Creative Village / Innovation Lab“

Entwurf: So könnte das neue Innovationszentrum einmal aussehen. Grafik: J. Mayer H

Potsdam.

Zehn Jahre habe man sich die Haare gerauft, wenn es um darum ging, wie das ehemalige RAW-Gelände weiterentwickelt werden sollte, so Stefan Frerichs, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Potsdam. Doch im Moment sieht er einen „Lauf für Potsdam“ auf dem IT-Sektor.
Die Landeshauptstadt Potsdam bereitet derzeit die planungsrechtlichen Grundlagen für die Entwicklung der „Neuen Halle“ auf dem ehemaligen RAW-Gelände vor. Für das Gebiet an der Friedrich-Engels-Straße ist eine gewerblich-orientierte Nutzung vorgesehen. Neben flexiblen Büros, großzügigen Gemeinschaftsflächen und Räumlichkeiten für verwaltungsähnliche Zwecke sind auch eine Beherbergungsstätte, Sport- und Erholungsangebote, Gastronomie, Einzelhandel und Flächen für Kongress- und Veranstaltungszwecke sowie (hoch-)schulische Zwecke geplant.
„Um eine zügige und qualitätsvolle Entwicklung der einstigen Wagenhalle vorantreiben zu können, soll der Bebauungsplan in einem beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Zielsetzung ist eine wirkungsvolle Einbeziehung der denkmalgeschützten RAW-Halle durch eine städtebauliche Weiterentwicklung“, so der Baubeigeordnete Bernd Rubelt. Er spricht von einer „Architektursprache vom Feinsten“. So soll das Konzept zur Entwicklung des RAW-Geländes auch in der nächsten öffentlichen Sitzung des Gestaltungsrates am 14. Dezember 2018 vorgestellt und diskutiert werden.

Der Plan soll als vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden und die Beschleunigungsregelungen des Baugesetzbuchs nutzen. Dies hat den Vorteil, dass sich die Planungen bereits auf ein konkretes Vorhaben beziehen, somit umsetzungsorientiert und an einen Vorhabenträger sowie einen Umsetzungszeitpunkt gebunden sind. Mit dem Bebauungsplan wird dann Baurecht geschaffen, die nachhaltige Entwicklung des Gebietes und die städtebaulichen Rahmenbedingungen festgeschrieben, aber auch Fragen des Denkmalschutzes und der Erschließung geklärt.
Die RAW Potsdam GmbH plant die Entwicklung des Gebietes unter dem Titel „Creative Village / Innovation Lab“ mit verschiedenen innovativen und kreativen gewerblichen Nutzungen. Im Mittelpunkt steht die Wiederbelebung der denkmalgeschützten Wagenhalle und ein neuer Baukörper, der die Halle überspannt. „Mit Blick auf die bemerkenswerten Entwicklungen in Potsdam bezogen auf den IT-Sektor insgesamt kommt die Entwicklung des RAW-Areals zu einem denkbar wertvollen Zeitpunkt und mit Inhalten und Angeboten, von denen wir vor ein paar Jahren noch nicht zu träumen gewagt hätten“, freut sich Stefan Frerichs, Leiter der Wirtschaftsförderung. „Und auch die bisherige vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit mit dem Projektträger stimmt uns sehr zuversichtlich, dass wir umso mehr in Zukunft den „MediaTech Hub Potsdam“ als einen der Digital Hubs in Deutschland überregional vermarkten und platzieren können“, so Frerichs weiter.
Mirco Nauheimer, Geschäftsführer der The RAW Potsdam GmbH ergänzt: „Ich danke den Fachplanern für die Hingabe zu diesem für die Potsdamer Wirtschaft so wichtigen Projekt. Wir sind überzeugt, dass die expressive Architektur des Neubaus diesen zentralen Standort beleben und aufwerten wird. Die vielen positiven Rückmeldungen bestärken uns. Die Bauverwaltung hat tolle Arbeit geleistet und uns immer kompetent beraten und betreut. Wir freuen uns, das Ergebnis vieler Abstimmungsrunden nun den Stadtverordneten vorstellen zu dürfen. Den Startschuss für die Erstellung des Bauantrags haben wir bereits gegeben.“
Die Beschlussvorlage zur Einleitung des Bebauungsplanverfahrens durch einen Aufstellungsbeschluss wird am 5. Dezember 2018 in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Ziel ist, 2019 den Startschuss für den Baubeginn zu geben. Den Verantwortlichen ist angesichts der angespannten Situation im Baugewerbe bewusst, dass es ein sportliches Unterfangen sei, da es derzeit eine "extreme Herausforderung“ sei, Baufirmen zu bekommen. (ela)

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