Ministerpräsident mahnt zu Frieden, Demokratie und Freiheit

Ministerpräsident mahnt zu Frieden, Demokratie und Freiheit

Auf den 9. November fällt eine Reihe von Ereignissen, die für die deutsche Geschichte als politische Wendepunkte mit teilweise auch internationalen Auswirkungen gelten. Ministerpräsident Dietmar Woidke erinnert daran. Foto: Land Brandenburg

Potsdam.
Ministerpräsident Dietmar Woidke hat zum 9. November am Freitag, als dem „Schicksalstag der Deutschen“, zum alltäglichen Eintreten für Frieden, Demokratie und Freiheit gemahnt. Er erklärte  in Potsdam: „Der 9. November ist in die Geschichte der Deutschen als ein Tag großer Freude und großer Trauer gleichermaßen eingegangen. Mit Scham und Entsetzen erinnern wir an die sogenannte Reichspogromnacht, als vor 80 Jahren überall in Deutschland Jagd auf Juden gemacht wurde, Synagogen brannten und jüdische Geschäfte und Einrichtungen zerstört wurden. Diese denkwürdige Gewaltorgie war ein weiterer Baustein zur Entrechtung und Knebelung sowie zur späteren Deportation und Ermordung der Juden durch die Nazis.
Zugleich gedenken wir in diesem Jahr aber auch an die Novemberrevolution und die folgende Ausrufung der ersten deutschen Republik vor 100 Jahren. Sie waren eine unmittelbare Folge des Ersten Weltkriegs, der in jenen Tagen zu Ende ging und so viel unermessliches Leid über die Völker brachte. Die Novemberrevolution führte auch in Brandenburg zu Demokratisierung und mehr Gleichberechtigung wie zur Beendigung des Dreiklassenwahlrechts und zum Frauenwahlrecht. Die Schwäche der Weimarer Republik hatte jedoch den Aufstieg der Nationalsozialisten zur Folge, die mit dem barbarischen Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust Deutschland an den Abgrund führten. Diese Verbrechen waren letztlich auch Ursache der deutschen Teilung, deren Ende wir am 9. November 1989 mit dem Fall der Mauer erleben durften. Dieser Tag vor 29 Jahren zählt bis heute den glücklichsten in der jüngeren deutschen Geschichte.
Die Häufung großer Zäsuren deutscher Geschichte an diesem Tag, dem 9. November, mag Zufall sein, die Lehren daraus sind jedoch grundlegend: Rassenwahn und Hass sind Nährboden für Vernichtung und Kriege. Sie führen zu unsäglichem Leid. Deshalb: Demokratie muss immer wieder neu verteidigt werden genauso wie der Frieden. Der 9. November ist ein Datum, das uns die große Bedeutung der  europäischen Werte- und Friedensordnung für unser Zusammenleben wie kein anderes vor Augen führt.
Auch deshalb freue ich mich, dass in unserer Landeshauptstadt Potsdam eine neue Synagoge entstehen wird. Das ist gerade jetzt ein wichtiges Zeichen." (ps/ela)

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