Sprache als Türöffner

Leseförderprogramm für geflüchtete Kinder verlängert

Wichtiges Kulturgut: Bücher helfen, eine Sprache zu erlernen. Foto: Andreas Hermsdorf | pixelio.de

Potsdam. Unter dem Motto „Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit der Stiftung Lesen das Leseförderprogramm für geflüchtete Kinder weiterentwickelt. Künftig wird der Fokus noch stärker auf die gezielte Unterstützung von engagierten Menschen vor Ort liegen, die sich aktiv in die Leseförderung von Kindern mit Fluchterfahrung einbringen. Durch ein breites Seminarangebot sollen sie für ihre Arbeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen (EAS) qualifiziert werden.
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, hob hervor: „Die deutsche Sprache ist der Türöffner für eine gelingende Integration. Mit unserem Förderprogramm ‘Lesen bringt uns weiter‘ wollen wir frühzeitig für geflüchtete Kinder und ihre Eltern einen Zugang zum Lesen und Vorlesen schaffen. Damit motivieren wir geflüchtete Familien zum Lesen und unterstützen sie beim Erlernen der deutschen Sprache. Wir wollen den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern den Rücken stärken, die sich seit vielen Jahren in Erstauf-nahmeeinrichtungen engagieren. Das Programm bereitet sie professionell auf ihre Vorlesetätigkeit vor und bietet ihnen Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch.“
Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, ergänzte: „Die Entwicklung und Umsetzung des Vorgängerprogramms ‚Lesestart für Flüchtlingskinder‘ im Jahr 2015 war ein großer Erfolg. Mit über 200.000 Sets und Medienboxen konnten wir geflohenen Kindern und ihren Familien bereits kurz nach ihrer Ankunft helfen, sich spielerisch mit ihrer Umgebung und der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre haben wir nun in die angepasste Initiative ‚Lesen bringt uns weiter‘ einfließen lassen.“
Das Programm „Lesestart für Flüchtlingskinder“ wurde im Herbst 2015 ins Leben gerufen. Das heute neuaufgelegte Programm „Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder“ wird mit insgesamt 1,6 Millionen Euro für drei Jahre durch das BMBF gefördert und von der Stiftung Lesen durchgeführt. Das Programm stattet Kinder in EAEs im Alter von 0 bis 5 Jahren mit einem altersgerechten Buch aus. Darüber hinaus stellt es den Spielstuben der EAEs in jedem Programmjahr je eine Lese- und Medienbox für ihre pädagogische Arbeit mit Kindern im Alter von bis zu zwölf Jahren zur Verfügung.
Von Januar bis Juli 2018 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 96.600 Erstanträge entgegengenommen. Auf der Grundlage von UNICEF-Schätzungen sind davon rund 15.000 Kinder im Alter zwischen 0 und 5 Jahren. Um jedem Einzelnen das Ankommen und die Integration in unserer Gesellschaft zu ermöglichen, be-darf es deutscher Sprachkenntnisse. Gerade kleine Kinder erlernen diese spielerisch beim Vorlesen von Papp- und Bilderbüchern, die sie mit neuen Wörtern und dem Klang der Sprache vertraut machen. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.lesen-bringt-uns-weiter.de. (ps)

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