Wegmarken der Potsdamer Demokratie

In der Französischen Kirche wurde am Dienstag das Neue Potsdamer Toleranzedikt gefeiert, das vor zehn Jahren verfasst wurde. Foto: Anja Rütenik

Potsdam.

Im Rahmen der Jahreskampagne der Landeshauptstadt „1000 Jahre und ein Vierteljahrhundert“ hat sich eine Arbeitsgemeinschaft mit Akteuren der Potsdamer Stadtgesellschaft zusammengefunden und gemeinsam die kostenfreie Veranstaltungsreihe „Wegmarken Potsdamer Demokratie“ konzipiert.  Seit Jahresbeginn wurde mit Gesprächs- und Begegnungsrunden, Vorträgen, Ausstellungen und Führungen die Demokratieentwicklung der Stadt beleuchtet. Dazu zählten unter anderem die Veranstaltungen „Aufbruch in die Demokratie – Von Bürgerbewegungen und Stadtverordneten“ in der Gedenkstätte Lindenstraße, „Die sowjetische Geheimdienststadt ‚Militärstädtchen Nr. 7‘“ in der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam oder „Fahnenflucht in Potsdam 1713 – 1918“ im Filmmuseum Potsdam.
Bis Ende des Jahres wird es noch einige wichtige Termine geben. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs zog in der vergangenen Woche jedoch schon eine sehr positive vorläufige Bilanz: „Die Abstimmung von Terminen, der Abgleich von Formaten und die gemeinsame Werbung für die Angebote haben dazu beigetragen, dass aus einzelnen Veranstaltungen eine Serie geworden ist, die eine gute Wahrnehmung erfahren hat. Deshalb – und das will ich an dieser Stelle schon vorwegnehmen – haben sich die Akteure verabredet, die Kooperation fortzusetzen. Ich betrachte dies als ein enorm wichtiges Signal an die Stadtgesellschaft. Um Demokratie muss man sich gemeinsam bemühen.“
Am Dienstag wurde das „Neue Potsdamer Toleranzedikt“ unter dem Motto „Potsdamer Toleranz und Intoleranz – Ein Breakdance“ in der Französischen Kirche gefeiert. Am 31. Oktober um 19 Uhr ist Prof. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorischen Forschung Potsdam, zu Gast im Potsdam Museum und spricht zum Thema „Der Erste Weltkrieg im erinnerungskulturellen Wandel in Deutschland und Frankreich“. Daran anschließend findet am 1. November um 18 Uhr ein Gedenkkonzert zum Ende des Ersten Weltkrieges in der Nikolaikirche statt. Das Landesjugendorchester Berlin sowie Studierende des regionalen Konservatoriums Versailles Grand Parc finden sich dafür in einem einzigartigen Orchester zusammen und spielen sowohl in Paris, Stettin, Berlin aber vor allem auch in Versailles und Potsdam Werke von Komponisten, die für die deutsch-französischen Beziehungen bedeutsam waren.

Wie junge Menschen in Potsdam Mitbestimmung wahrnehmen und sich an gesellschaftlichen Prozessen beteiligen können, wird auf dem „toleranten Sofa“ am 27. November ab 18 Uhr diskutiert. Junge Potsdamer äußern sich zu Politik, Kultur, Gesellschaft, Demokratie, Partizipation und Mitbestimmung. Die Abschlussveranstaltung der „Wegmarken Potsdamer Demokratie“ findet am 8. Dezember unter dem Motto „Schule und Demokratie“ um 14 Uhr in der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam.
Die Akteure der Veranstaltungsreihe „Wegmarken Potsdamer Demokratie“ werden das erfolgreiche Format im kommenden Jahr fortführen. Eine der historischen Zäsuren, die betrachtet wird, ist das 30-jährige Jubiläum der friedlichen Revolution, die zum Fall der Mauer führte, die Potsdam von Westberlin trennte. Zeitzeugengespräche, Vorträge und Ausstellungen werden diese Zeit beleuchten und einem großem Publikum zugänglich machen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.potsdam.de/wegmarken-potsdamer-demokratie. (ps)

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