Daumen drücken für Christopher Linke

Christopher Linke auf der Mühle in Werder/Havel. Foto: Stadt Werder / Havel

Werder/Havel. Einen solchen Wettbewerb wird es so schnell nicht wiedergeben. Eine Leichtathletik-Europameisterschaft in Deutschland, ja sogar vor der Haustür in Berlin, sagt SC-Potsdam-Trainer Ronald Weigel. „Das ist was besonders.“ Und für die Werderaner nur ein Katzensprung. In einer halben Stunde können sie mit der Bahn am Bahnhof Zoo und damit so gut wie am Breitscheidplatz sein, wo ihr Werderaner Geher Christopher Linke am 11. August gegen die europäischen Elite antreten wird.
Im Training funktioniere alles sehr gut, sein Schützling sei in Form, sagt Ronald Weigel. Keine Verletzungen, er sei auch schneller geworden. Am 11. August nun komme es auf Kleinigkeiten an: auf die Form, die Einstellung, das Glück und auf die Stimmung. Und da kommen die Werderaner ins Spiel. „Ich hoffe, dass möglichst viele Werderaner am 11. August an der Strecke stehen und unseren Top-Athleten unterstützen werden“, sagt Werders 1. Beigeordneter Christian Große. „Vielleicht wird das ja ein historischer Moment für unsere Stadt.“
Schon jetzt steht fest, dass sich einige Dutzend Werderaner im Bereich des Start- und Zielpunktes am Breitscheidplatz bemerkbar machen werden. Der Vater von Christopher Linke, Olaf Linke, hat einen Bus mit 50 Plätzen gechartert, er wird gefüllt sein mit Freunden und Verwandten des Sportlers, darunter vom Werderaner Handballclub HV Grün-Weiß. Auch die Trommler der Handballer werden nach Berlin fahren. Einige Fans werden auch mit dem Regionalexpress anreisen. „Werderaner, die uns suchen, brauchen einfach nur den Trommeln hinterher“, so Olaf Linke.
Christopher Linke zeigte sich gestern beim Abschied im Werderaner Rathaus gelassen und ganz auf die EM fokussiert. Sein 20-Kilometer-Training hatte er am Vormittag absolviert. Besonderes Augenmerk wurde diesmal auf das Zusammenspiel mit dem Trainer beim Erfrischen mit der Wasserflasche gelegt. Gut gemeinte Ratschläge aus dem Radio, sich bei diesem Wetter besser nicht draußen zu bewegen, haben für Spitzensportler wie ihn keine Gültigkeit. Im Gegenteil, er hoffe auf Wärme am 11. August - sein Wettkampfwetter.
Christopher Linke freut sich auf jeden Werderaner am Streckenrand zwischen Gedächtniskirche und Bikini Berlin. Die Reise nach Rio sei vor zwei Jahren selbst für seine Eltern zu teuer gewesen, bei der WM in London war derweil schon ein ansehnliches Grüppchen Lokalpatrioten mitgereist. „Diesmal können alle dabei sein, die mich beim Wettkampf sehen wollen“, sagt er. Danach soll, egal wie es ausgeht, mit den Fans gefeiert werden. Das Teamhotel ist zwar für Gäste gesperrt, „da darf nicht mal meine Freundin rein“, sagt Christopher Linke. Papa Olaf Linke hat aber eine Gaststätte in der Nähe gebucht.
Der Wirt habe eine Saalrunde versprochen, wenn eine Medaille für den Werderaner rausspringt. Stadtsportbundchef Klaus-Dieter Bartsch hofft fest darauf. „Die Ausgangsbedingungen sind gut“, sagt er. Beim Geher-Meeting im tschechischen Podebrady holte Christopher Linke im April Gold in der 20-Kilometer-Distanz, ein paar Tage später in Naumburg seinen dritten deutschen Meistertitel in Folge. Als Erstplatzierter beendete der Olympiafünfte unlängst auch die 20 Kilometer beim Geher-Festival im litauischen Alytus, zählt Klaus-Dieter Bartsch auf.   
„Bartschi“ beobachtet den Olympiakader schon seit Jahren. Seine ersten sportlichen Erfolge hatte Christopher Linke beim Baumblütenlauf im Stadtwald in Werder (Havel), den der Stadtsportbund organisiert und an dem der 29-Jährige gelegentlich immer noch teilnimmt. Den Wettkampf in Berlin lässt sich „Bartschi“ natürlich nicht entgehen und bittet alle Werderaner Sportfans, sich die Zeit einzuprägen: „Am 11. August um 10.55 Uhr sehen wir uns am Breitscheidplatz in Berlin!“ (ps)

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