Dem Fontane-Code auf der Spur

Hackathon in der Villa Quandt

Visualisierung des Figurennetzwerks in Theodor Fontanes Romans "Effi Briest". Foto: © Peer Trilcke | Theodor-Fontane-Archiv

Potsdam.

Im Theodor-Fontane-Archiv der Universität Potsdam findet vom 19. bis 21. Juli findet ein philologischer Hackathon statt. Ein Hackathon (Anmerkung der Redaktion: Wortschöpfung aus "Hack" und "Marathon") ist eine Software- und Hardwareentwicklungsveranstaltung. Ziel eines Hackathons ist es, innerhalb dieser Veranstaltung gemeinsam nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herzustellen. In Potsdam erforschen interdisziplinäre Teams Fontanes Werke mit Hilfe digitaler Analyseverfahren und präsentieren ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Für die Veranstaltung "Der Fontane-Code" verwandelt sich das Theodor-Fontane-Archiv in der Villa Quandt in 14469 Potsdam, Große Weinmeisterstraße 46/47, im Juli für mehrere Tage in ein Labor, das TFA.LAB. Teams aus Philologie, Informationswissenschaften, Computerlinguistik, aus Design und Gestaltung führen digitale Analysen zu den Werken und Schriften Fontanes durch. Unter den Teilnehmenden sind sowohl Studierende als auch Mitarbeitende verschiedener europäischer Universitäten von Basel bis Moskau, die ihre Methoden und die gewonnenen Erkenntnisse miteinander diskutieren und den Raum für neue Fragen öffnen: Was zeigt sich, wenn wir Fontane mit anderen, interdisziplinären Methoden betrachten, bearbeiten und analysieren? Welche Strukturen und Muster lassen sich erkennen?

Die Universität Potsdam geht mit diesem kollaborativen Format neue Wege, die innovative Sichtweisen auf Literatur ermöglichen: „Literarische Kunstwerke als Daten zu begreifen, diese zu interpretieren und auch visuell darzustellen wandelt sich derzeit von einem noch eher ungewöhnlichen zu einem möglichen philologischen Handwerk. Auch der Fontane-Forschung stehen damit viele Chancen offen“, so Peer Trilcke, Leiter des Archivs und Juniorprofessor für deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts an der Universität Potsdam.

Am Samstag, 21. Juli, werden die Ergebnisse ab 15 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert und diskutiert. Die Plätze sind beschränkt, um rechtzeitige Anmeldung per E-Mail an trilcke@uni-potsdam.de wird gebeten. Der Hackathon selbst ist nicht öffentlich. Der Hackathon wird gefördert durch die „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Theodor-Fontane-Archivs e.V.“ und durch das „Netzwerk Digitale Geisteswissenschaften“ der Universität Potsdam. (ps/ela)

 

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