Mehrweg statt mehr Müll

PotsPRESSO, der Pfandbecher für die Landeshauptstadt

Der PotsPRESSO mit dem Potsdam-Design der Babelsberger Designerin und Künstlerin Jenne Baule-Prinz kann mehr: Er ist nicht nur ein Umwelt-Becher, er eignet sich ebenso als Geschenk oder auch als Potsdam-Andenken. Foto: Potsdam/ Dr. Sigrid Sommer

Potsdam. Die Potsdamer Bürgerstiftung hat für die Stadt Potsdam und ihre Einwohner und Gäste ein stadtweites Pfandkonzept für Getränke to-go entwickelt. PotsPRESSO, der Pfandbecher für Potsdam, ist die nachhaltige und einfache Lösung für eine saubere und klimafreundliche Stadt.
Die Idee ist einfach: Wie gewohnt sein Lieblingsgetränk bei einer der zahlreichen Mitmach-Stellen kaufen und im PotsPRESSO-Becher für zwei Euro Pfand mitnehmen. Unterwegs trinken und den Becher bei einem der Kooperations-Partner abgeben. Dort gibt es das Pfand von zwei Euro zurück, der Becher wird hygienisch gereinigt und steht für die nächsten Kunden bereit.
Die Finanzierung erfolgt durch Crowdfunding (Anmerkung der Redaktion: Art der Finanzierung eines Projektes durch viele Kapitalgeber/Sponsoren), die Einwerbung von Spenden sowie die Gewinnung von Sponsoren. Für die Einführung des stadtweiten Pfandsystems werden mindestens 20.000 Becher benötigt, also zirka 60.000 Euro, um starten zu können. Für den tatsächlichen Betrieb des Pfandsystems, die Becher-Logistik und Vertrieb, Marketing und eine Personalstelle werden Projektpartner gesucht, die das Projekt längerfristig finanziell und personell unterstützen.
Die Bürgerstiftung Potsdam lädt die Einwohner und alle Akteure in der Stadt zu einer Stadt-Challenge ein: Schaffen wir es gemeinsam, als Bürgerschaft dieser Stadt, diesen PotsPRESSO-Pfandbecher und seine stadtweite Einführung zu finanzieren? „Deine Stadt, Deine Spende, Dein PotsPRESSO“. Spenden können die Bürger digital über die Crowdfunding-Plattform www.betterplace.org, aber auch über Facebook und Internet unter dem Stichwort „Potspresso“. Oder als Überweisung an die Bürgerstiftung Potsdam, IBAN DE93 1207 0000 0010 6633 00, Stichwort „PotsPRESSO“.
Die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Marie-Luise Glahr sagt: „Die Meere voll Plastik, Mikroplastik im Blut, unsere Parks und die Havel vermüllt, wollen wir das hinnehmen? Es ist keine Lösung, mehr Müll öfter zu entsorgen – es geht darum, Müll zu vermeiden. Deswegen wollten wir für Potsdam ein konstruktives Angebot, eine Lösung entwickeln. Wir hoffen, dass die Bürgerschaft und die Stadt das Angebot annehmen.“ Und weiter:  „Alle können für den PotsPRESSO sammeln, als Bürogemeinschaft, als Praxis, im Kreis der Kollegen, unter Freunden, in den Schulen und Vereinen. Einfach eine Box oder einen Becher aufstellen und jeder gibt ein bisschen – bei über 170.000 Einwohnern müssten wir das eigentlich schaffen...“ Auf Facebook und Instagram können unter „potspresso“ Fotos von Sammelteams und Aktionen gezeigt werden.  Zahlreiche Potsdamer Bäcker, Cafés und Händler wollen beim Pfandsystemmmitmachen, beispielsweise die Bäckereien Exner und Fahland mit ihren Filialen oder das Café Bagel & Coffee. Und auch bei den Bioläden in der Stadt kommt die Idee gut an und im neuen Unverpackt-Laden Maßvoll.
Ende August gibt die Bürgerstiftung eine limitierte „First-Edition“ des PotsPRESSO heraus. Die Becher kann man für 6,95 Euro inklusive Mehrwetsteuer bei einigen „PotsPRESSO-Partnern“ kaufen, der Erlös geht an die Bürgerstiftung Potsdam. Tobias Exner, der in Potsdam acht Bäckerei-Filialen hat, meint dazu: „Wir sind dabei, für den Schutz unserer Umwelt, gerade für die künftigen Generationen. Deswegen unterstützen wir den „PotsPRESSO“ gerne als Kooperationspartner und mit dem Verkauf der First-Edition.“
Die Landeshauptstadt Potsdam begrüßt das Projekt „PotsPRESSO“ und unterstützt die Bürgerstiftung Potsdam dabei, das Konzept zu bewerben. Oberbürgermeister Jann Jakobs ist überzeugt: „Wir haben ein anspruchsvolles Klimakonzept für Potsdam auf den Weg gebracht. Wir werden unsere Klimaziele jedoch nur erreichen, wenn wir Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen - aus der Bürgerschaft, aus der Politik, von Vereinen und von Unternehmen. Das Projekt der Potsdamer Bürgerstiftung passt perfekt in unser Klimakonzept. Ich bin davon überzeugt, dass das Crowdfunding erfolgreich sein wird, weil es einen Nerv trifft und die Zeit reif ist dafür. Überall da, wo die Landeshauptstadt etwas zum Erfolg des Projekts beitragen kann, werden wir das tun.“
Der Bereich Marketing und die Koordinierungsstelle Klimaschutz haben Bestellungen für die „First Edition“ aufgegeben. Es gibt für alle potentiellen Kooperationspartner die Möglichkeit, sich an einer Sammelbestellung zu beteiligen. Becher der First-Edition können noch bis 13. Juli 2018 bei der Potsdamer-Bürgerstiftung über die Internetseite www.potspresso.de bestellt werden. (ela)

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