Punkte entführt

Potsdam Royals unterliegen den Hildesheim Invaders

Trotz aller Bemühungen gelang es diesmal Enrico Stiegemann nicht, einen Touchdown zu erzielen. Foto: Gerhard Pohl

Die Potsdam Royals hatten viel Arbeit zu leisten, dass die Hildesheim Invaders sich nicht entfalten konnten. Foto: Gerhard Pohl

Potsdam. Im letzten GFL-Spiel vor der Sommerpause unterlagen die Potsdam Royals nach zweieinhalb Stunden den Hildesheim Invaders 0:14 (0:0). In der Tabelle der Nordstaffel verbleiben die Königlichen mit 8:10 Punkten weiter auf dem 5. Platz.
Für die Gastgeber begann der Spieltag mit der Einlösung eines Versprechen des Hauptsponsors ISQI. Dieser stellte in Aussicht, wenn die Mannschaft den EFL-Pokal 2018 gewinnt, erhält der Verein einen Kleinbus. Die Potsdamer gewannen spektakulär in Mailand 43:32 und konnten vor dem Kickoff den Kleinbus in Empfang nehmen.
Die 1100 Zuschauer im Stadion-Luftschiffhafen bekamen dann ein Fight zu sehen, der eigentlich keiner war und dessen Ausgang man sich vom Ergebnis her anders vorgestellt hatte. Mit den Invaders Hildesheim, welche im Hinspiel deutlich 56:0 bezwungen werden konnten, stellte sich ein Gegner vor, der dank mehrerer erstklassiger Neuverpflichtungen, sichtbar an Qualität gewonnen hat und so trat die Mannschaft auch auf. Das Gästeteam agierte vom Anpfiff an dominant und verlangte von der Potsdamer Defensive, die durchaus überzeugen konnte, alles ab. Insgesamt war es ein hin und her zwischen den Endzonen.
Im ersten Quarter hatten die Gäste eine Chance in Führung zu gehen, doch sie vergaben ein mögliches Field Goal. Für die Royals stand das letzte der zwölf Vergleiche in Folge unter mehreren ungünstigen Vorzeichen. Cheftrainer Michael Vogt konnte unter anderem die bisherigen potentiellen Punktebringer und Leistungsträger Max und Paul Zimmermann, Frederik Myrup Nielsen sowie Patrick Felber und weitere Akteure auf Grund von Verletzungen nicht einsetzen – eine Schwächung des Teams, die so nicht auszugleichen war. „Dazu ist unsere zweite Reihe noch nicht in der Lage“, so der Headcoach. So ging es mit einem im American Football ungewöhnlichen 0:0 Zwischenstand in die Halbzeitpause. Danach waren zumindest optisch die Invaders die Überlegenen, aber mehr auch nicht. Hatte die Offense der Königlichen den Ball in Besitz, gelang es ihr um den jungen Wide Receiver Enrico Stiegemann trotz aller Bemühungen nicht, konsequent das Lederei in die Endzone zu bringen.
Das machten die Gäste besser und nutzten ihrerseits eine Möglichkeit zu punkten und im dritten Quarter stand auf der Anzeigetafel 0:7. Noch war nichts verloren, aber Potsdam fand an diesem Tag keine Mittel, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Als die immer ihre Royals unterstützenden Zuschauer auf Punkte hofften, nutzte Hildesheim kurz vor dem Ende des Vergleiches eine Unachtsamkeit der Gastgeber aus. Es stand 0:14, was man nicht so recht glauben wollte, aber das geht in Ordnung. Sekunden vor dem Schlusspfiff bekam Enrico Stiegemann noch einmal den Ball präzise zugespielt um Zählbares zu erzielen, da war aber die Uhr bereits abgelaufen.
Ein erstes Fazit von Michael zur Halbzeit des ersten GFL-Jahres: „Ich bin natürlich von dem heutigen Ergebnis enttäuscht. Aber insgesamt ist es bisher für uns als Aufsteiger eine äußerst erfolgreiche Saison gewesen. Wir können nach einem solchen Spiel nicht alles schlecht reden, obwohl wir durchaus noch zwei Heimspiele hätten gewinnen können. Auf der Habenseite stehen der EFL-Pokal und vier GFL-Siege. Mit den bisherigen Punkten werden wir kaum die Playoffs erreichen können, obwohl es rechnerisch noch möglich ist. Saisonziel im ersten GFL-Jahr war eine Platzierung im Mittelfeld – dort stehen wir. Verwerfen sollten wir diesen Gedanken dennoch nicht. Die Mannschaft musste mit der neuen Situation, die GFL heißt, klarkommen, aber wir sind im Oberhaus angekommen“. Mit Blick auf die zweite Saisonhälfte äußert der Cheftrainer: „Wir hoffen, dass die Verletzten bis zum 4. August gesund sind und dem Team wieder zur Verfügung stehen. Wir werden den bisherigen Saisonverlauf kritisch analysieren und beraten, wie wir die Rückrunde angehen werden, wo zu Beginn gleich der mehrfache Deutsche Meister aus Braunschweig im Luftschiffhafen zu Gast ist.“ (gp)

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