Nauens erste Pflanzentauschbörse

Nauens erste Pflanzentauschbörse

Foto: Norbert Faltin

Nauen.

Die Pflanzentauschbörse fand im Rahmen des 5. Tages der Städtebauförderung statt. Sarah Götze vom Verein Mikado, die als Netzwerkkoordinatorin für den Nachbarschaftsgarten arbeitet, begrüßte gemeinsam mit Dr. Bert Lehmann vom Fachbereich Bau der Stadt Nauen die Besucher und Akteure der Börse.

Über Erden, Substrate und die richtige Mischung für alles, was angepflanzt werden soll, gab Mandy Klossek von der Firma Störk fachkundige Auskunft. „Blumen brauchen mehr Dünger als Gemüse, daher bitte keine Blumenerde für den Gemüseanbau verwenden, da sie zu viel Dünger enthält“, beschwor sie die Zuhörer. Von Florian Hochbaum – Urgestein des Nachbarschaftsgartens - erfuhren Gartenfreunde wiederum, dass Brennnessellauge gleichermaßen als Dünger und als Anti-Blattlaus-Mittel eingesetzt werden kann. Wer noch tiefer in die botanische Materie eintauchen wollte, der bekam vom Pflanzenexperte Uwe Lotze wertvolle Tipps für den Nachhauseweg. So wie das Seniorenpärchen aus Finkenkrug, das sich mit reichlich Literatur „für später beim Kaffee“ eindeckte und über das reichhaltige Angebot der Stände freute. Eine Ukulele- und Geigenpercussion von Sabrina Hezam und Annette Homann sorgten für die musikalische Untermalung. Auch Garteninstrumente wie die mitgebrachten Gießkannen kamen zum Einsatz in der Spontan-Kombo.     

Vor fünf Jahren hat sich der Bund als Fördermittelgeber, der viele Milliarden Euro in Quartiere und Wohnungsbauentwicklung schießt, ausgedacht, die Förderung auch zu zelebrieren. Die Städte, die diese Förderung erhalten, werden gebeten, sich daran zu beteiligen. “Das Quartier Nauen-Ost profitiert von der Sozialen Stadt Förderung“, erläuterte Lehmann. Die Stadt Nauen habe viele Jahre lang über die Altstadtsanierung vom Denkmalprogramm der Städtebauförderung profitiert. „Die Nauener Altstadt ist nahezu saniert, deswegen liegt der Fokus jetzt auf dem Quartier Innenstadt-Ost. Dazu gehören aktuell die konkreten Förderprojekte wie dieser Nachbarschaftsgarten mit dem aktiven Quartiersmanagement und dem Engagement von Sarah Götze“, lobte Fachbereichsleiter Lehmann die Koordinatorin Götze. Ergänzt werde das Projekt durch die Stiftung für Engagement und Bildung, die der Stadt in diesem Jahr mit einem zweiten Förderprojekt - dem Wunschbaum - bereichern wird, kündigte Lehmann an.

Am Info-Stand von Marie Offermanns, Projektleiterin und Referentin der Stiftung für Engagement und Bildung aus Potsdam, erfuhr man dann Einzelheiten zur Wunschbaumaktion, die heute startete. „Die Stiftung für Engagement und Bildung e.V. nahm sich die Pflanzentauschbörse zum Anlass, ihr Projekt "Begegnung am Wunschbaum" zu starten, bei dem die Nachbarinnen zu Ihren Wünschen rund um das Zusammenleben im Quartier befragt wird. Die Wünsche, die über die nächsten Monate hinweg in Nauen im Dialog mit Nachbarinnen und Nachbarn gesammelt werden, sollen auch als erste Ideen für die Gestaltung einer Dauerausstellung in der Feldstraße dienen“, blickte sie voraus.    

Fachbereichsleiter Lehmann gab zudem einen Einblick darüber, was im Rahmen der Städtebauförderung künftig mit dem Quartier alles passieren soll. „An der Graf-Arco-Schule sind zwei Tage vor Ostern die Bauleute angerückt und haben damit begonnen, die Bestandsgebäude der Schule zu sanieren. Seit 2014 laufen die Planungen und Vorbereitungen. Die Sanierungsarbeiten des Altbaus werden voraussichtlich bis Ende 2020 abgeschlossen sein“, so Lehmann. Dabei werde der Bau brandschutztechnisch ertüchtigt, barrierefrei gemacht und mit einem Aufzug versehen. „Vor das Objekt wird zudem ein Multifunktionsgebäude entstehen, in dem künftig Veranstaltungen stattfinden werden, das auch als Veranstaltungshalle für die Stadt genutzt werden kann. Es wird dort auch eine Mensa eingebaut.“ Es werde ein Ort der Begegnung für das Quartier geschaffen, ergänzend zu dem, was man schon habe - das Nachbarschaftscafé am Stadtbad, welches ebenfalls mit Mitteln der Sozialen Stadt gefördert worden sei, sagte er. „Bereits Mitte 2018 hat die Stadt Nauen den Verein Mikado engagiert, damit das Quartiersmanagement und die Koordination der Aktivitäten in diesem Quartier noch mehr Schwung bekommt. „Im Laufe des Jahres wird die Stadt gemeinsam mit Frau Götze eine Planung entwickeln, um den Nachbarschaftsgarten nachhaltiger zu gestalten. Ziel ist es, diesen Platz so zu gestalten, dass Nachbarn und Anlieger diesen Platz auch künftig nutzen können“, kündigte Lehmann an. Und Sarah Götze ergänzte: „Die Menschen aus dem Quartier sind herzlich dazu eingeladen, mit uns den Platz und den Garten zu planen. Alle Aktionen werden rechtzeitig auf der neuen Homepage der Sozialen Stadt und in den Zeitungen angekündigt“, kündigte Sarah Götze an. Das nächste Treffen findet übrigens am 5. Juni um 16 Uhr im Nachbarschaftsgarten „Grünes Eck“ statt.

(ps)

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