Zum aktuellen Planungsstand der Elstaler Eisenbahnersiedlung

Zum aktuellen Planungsstand der Elstaler Eisenbahnersiedlung

Um die Sanierung der Eisenbahnersiedlung umsetzen zu können, muss ein neues Zielkonzept entworfen werden. Foto: Janna Kühne

Elstal.
Die Zielplanung  der Deutschen Wohnen für die Elstaler Eisenbahnersiedlung rief bei der Bürger-

informationsveranstaltung wenig Begeisterung hervor, sah sie doch eine Fülle an Neubauten und Umstrukturierungen vor. „Es war ja eine sehr rege Teilnahme von Seiten der Bürgerschaft da, sodass wir das ganze Thema auf jeden Fall auch sehr intensiv behandelt haben.“, berichtet Uwe Schollän, Fachsbereichleiter für Standortförderung und Infrastruktur. „Wichtig ist zu sagen: das ist nicht unser Zielplan, sondern der Plan der Deutschen Wohnen.“ 

Änderung des Zielkonzepts
Nach einer intensiven Diskussion bei der Ortsbeiratsitzung hat auch Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber Position bezogen. „Wir schlagen als Verwaltung von Vorneherein eine Änderung des Zielkonzepts vor. Wir würden zwei der gewünschten Neubaukörper und auch die Umwandlung der Nebengelasse in eine Wohnnutzung mit unterstützen.“, erläutert Schollän. Sprich: Das Zielkonzept der Deutschen Wohnen steht der Position der Verwaltung gegenüber, Einigungen und Kompromisse müssen getroffen werden. Aus den politischen Reihen wird die Situation noch differenzierter abgehandelt, die LINKE kämpft generell gegen weitere bauliche Nutzungsmaßnahmen auf dem Arreal, für die anderen Parteien kann noch kein klares Stimmungsbild abgegeben werden. 


Bestmögliche Einigung
Wie könnte nun die bestmögliche Einigung aussehen? „Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man einen Kompromiss hinbekommt, bei dem die bestehende Einwohnerschaft möglichst wenig von diesen Entwicklungen betroffen ist.“, so Schollän. Mit von der Partie müsse beispielsweise eine Lösung für die schwierige verkehrliche Situation in der Eisenbahnersiedlung sein. Das könnte die Verlagerung der Stellplätze auf die privaten Grundstücke beinhalten. Grünanlagen müssten weiter aufgewertet und wiederhergestellt werden und die Nebengelasse wieder in ein attraktiveres Bild versetzt werden. „Das sind alles so Punkte, die funktionieren nur, wenn man der Deutschen Wohnen ein gewisses Zugeständnis macht. In meinen Augen müsste das auf jeden Fall eine Umwandlung dieser Nebengelasse und der ein oder andere Neubaukörper sein.“, resümiert Schollän. 

Momentan wurde aufgrund der unklaren Zielstellung eine Veränderungssperre verhängt, während derer der alternative Bebauungsplan erarbeitet werden soll. „Aktuell ist auf dem gesamten Gebiet eine bauliche Veränderung nur möglich, wenn die Politik dem explizit zugestimmt hat.“, erklärt Schollän. „Das ist schon ein relativ hartes Instrument, aber man muss auch sagen, all das, was Neubebauung wäre, wäre sowieso nur mit der Aufstellung eines Bebauungsplans möglich.“ Der nächste Schritt ist also ein durch die Politik abgesegnetes Zielkonzept. Und auch dann sei mit einer nächsten Runde zu rechnen, so Schollän. „Da wird es dann wieder ein Bauleitverfahren geben, in das auch wieder ein Beteiligungsverfahren eingebunden wird. Da werden die Öffentlichkeit und die Fachämter beteiligt. Es geht dann im Zweifel eher um Detailfragen als um das große Ganze. Ich denke, das ist auch wichtig für die Bewohner der Eisenbahnersiedlung: dass man einen Zielplan in der Hand hält und sieht, wo es hingehen soll. Ich denke ganz vielem Leuten wird das auch die Angst nehmen, weil es an ganz vielen Stellen keine Veränderungen geben wird. Das Gros der Siedlung soll auch in seinem Charakter erhalten und gestärkt werden.“

Denkmalschutz könnte ebenfalls Thema werden
An mangelndem Einbezug der Bürger können die Einigungsschwierigkeiten folglich nicht liegen. „Es ist aber auch klar, dass das ein sehr emotionales Thema ist, da die Eisenbahnersiedlung eine besondere Siedlung ist, die unter Denkmalschutz steht. Das wollen wir würdigen, das ist keine Frage.“, versichert Schollän. Apropos Denkmalschutz – auch von Seiten der Denkmalpflege könnte es noch weitere Einwände geben. Im Zweifelsfall sind an dieser Stelle noch weitere Dokumentationen und denkmalhistorische Untersuchungen vonnöten. 

Es bleibt also abzuwarten, wann die Entscheidung zum Zielkonzept fällt. Erst dann können weitere Maßnahmen vorbereitet werden. „In diesem Jahr sollte aber noch die nächste Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan erfolgen.“, stellt Schollän in Aussicht.

(jk)

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