Eine Stippvisite am Tag des offenen Ateliers

Eine Stippvisite am Tag des offenen Ateliers

In der Galerie Schneeweiss konnten Drucke verschiedenster Art sowie Porzellanraritäten des Künstlers Thomas Adam bewundert werden. Foto: Janna Kühne

Falkensee.
Ob nun Scherbenkunst, Linolschnitt oder bunte Aquarellzeichnungen – bei den offenen Ateliers schlug so manches Künstlerherz höher. Falkensees kreativer Kreis  gewährte am vergangenen Wochenende Einblick in die persönlichen Schaffensprozesse und Techniken, selbstverständlich war auch das ein oder andere Meisterstück zu erwerben. Versteckt in Gärten, Wohnhäusern und Garagen konnten Besucher nun die Orte erkunden, an denen Kunstwerke entstehen.
Im Atelier Schneeweiss ließen sich Porzellanarbeiten des Künstlers  Thomas Adam bewundern, die inzwischen nach Aufgabe der Porzellanmanufaktur „Adam und Ziege“ zur Rarität geworden ist. Im Raum nebenan zeigten Thomas von der Linde, D. Beusjeol und Isabell Plet ihre Arbeiten mit verschiedenen Drucktechniken. Das Highlight des Besuches: dem Künstler von der Linde bei der Arbeit zuzusehen. „Man überzieht so eine Platte mit säurefester Schicht und dann zeichnet man hinein, sodass die Schicht unterbrochen ist. Dann ist das Metall an den Strichen wieder blank. Dann legt man es in Säure, und die Säure frisst gewissermaßen die Striche in die Platte rein.“, erklärt er die Prozedur. Das Ganze wird unter der Lupenlampe produziert, gekratzt mit der Diamantnadel. „Die Feinmotorik der Hand die passt sich dem Auge an.  Ich habe auch immer das Gefühl, dass sei ja sehr grob, was ich da zeichne. Aber ich zeichne mit der Lupenlampe viel genauer als frei Hand.“ 
Am Ende entstehen filigrane Drucke, die ab 20 Euro pro Stück erworben werden können. „Ich limitiere die Auflage.“, verrät von der Linde.
Eine ganz andere Sparte der Kunst deckt die Malgruppe um Petra Sauer ab. Gemeinsam stellen sie ihre schönsten Kunstwerke aus. „Petra hat uns mehr oder weniger überredet und gesagt: du musst doch drei Bilder haben, die du hier hinhängen kannst.“, erzählt Angelika Arnold. Zwischen einem riesigen Hühnergehege, dem Goldfischteich und dem Baumhaus lassen sich Acrylkunstwerke und Keramiken bewundern. „Ich bin jetzt hier im fünften Jahr dabei. Dieses Jahr ist es sehr ruhig. Es sind aber auch viele Leute, die dieses Mal ausstellen.“, berichtet Sauer. 21, um genau zu sagen. „In den letzten Jahren sind immer zwischen 50 und 60 Besucher gekommen. Dieses Jahr plätschert es eher so dahin.“ 

Besucher, die den Weg in den Garten von Claudia Kunert fanden, konnten bei Feuer und stimmungsvoll klingenden Windspielen  die filigranen Werke der Künstlerin bestaunen. Sie kreiert mithilfe einer Vielzahl an kleinen Mosaiksteinen die unterschiedlichsten EInzelstücke. „Unter 100 Stunden kommt man bei so einem Bild nicht weg.“, erklärt die Künstlerin. Die Ergebnisse lassen sich sehen und fanden auch schon ihren Weg auf größere „Leinwände“: in Frankfurt durfte die Künstlerin den U-Bahnhof Heddernheimer Landstraße  verschönern.

(jk)

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