„Meckern bewegt nichts“

So begannn alles: im Januar 2019 entstand die Bürgerinitiative Friesack aus dem Wunsch, im Amtsbereich Veränderungen voranzutreiben. Foto: Dagmar Möller

Friesack.
Mit einer großen Portion Motivation und viel Veränderungslust soll in Friesack künftig ein anderer Wind wehen. „Wir sind ein Haufen jüngere und ältere Leute, die sich gefunden haben, um in Friesack etwas zum Besseren zu verändern.“, erklärt Gründungsmitglied Dagmar Möller. Der Leitsatz dahinter: Machen statt Quatschen. Von Schimpfen und Resignation hat das im Januar neu gegründete Bündis Friesack genug, stattdessen soll nun zur Tat geschritten werden. „Die Skepsis ist groß. Was wir uns wünschen ist, dass die Menschen offen sind und über ihre Gedanken miteinander ins Gespräch kommen.“, so Möller. Das sei gar nicht mal so einfach, da viele Menschen in Friesack das Gefühl haben, der Reichtum sei an der Gemeinde vorbeigegangen. Nun gilt es, alte Vorurteile und die Resignation beiseite zu schaffen. 
„Wir haben uns Anfang des Jahres getroffen, um in einem Workshop darüber zu reden, wie die Zukunft von Friesack aussehen könnte. Dann haben wir gedacht: Mensch, vielleicht können wir ja gemeinsam daran arbeiten. Wir versuchen mal, unsere Kräfte zu bündeln und unsere Netzwerke zusammen zu tun.“ Klar, die Stadtkasse sei leer –
für Möller und den Rest aber noch lange kein Grund zur Resignation. „Die Stadt muss wieder attraktiver werden, es muss Wohnfläche geschaffen werden. Man muss sich Gedanken machen: Wie kann man das machen?“ Erste Schritte sind bereits getan. Zur Informationsweitergabe, Aufgabenverteilung und Terminkoordination wurde die Internetseite 
friesack.net ins Leben gerufen. Dort können Termine in einen zentralen Veranstaltungskalender eingepflegt und verschiedene Informationen über Friesack abgerufen werden. Die evangelische Kirche, die Stadt, der Karnevalsclub, die freiwillige Feuerwehr und die Bürgerinitiative tragen dort bereits ihre Termine ein. Fortsetzung von Seite 1. 
Das neuste Projekt: ein Fotowettbewerb, bei dem die besten Fotos mit dem Motiv Friesack gekürt werden. „Ziel ist die Hoffnung, dass sich die Menschen ihr Umfeld vielleicht auch mal ein bisschen genauer anschauen.“, erklärt Möller. Die Fotos können auf der Internetseite hochgeladen werden und eine Jury entscheidet dann aus den 25 am meisten gelikeden Fotos. „Es ist mit Absicht ein digitaler Fotowettbewerb, denn wir sind überzeigt, dass Digitalität der Weg der Zukunft ist.“ Bislang seien viele Landschaftsbilder dabei, das spiegelt Möller zufolge die Defizite und Stärken Friesacks zugleich wieder. „Es fehlt ja an mancher Stelle in Friesack, es gibt nicht so viel Gewerbe. Das ist natürlich auch ein bisschen unser Ziel, dass wir sagen: Wo kann man vielleicht neue Projekte anschieben, damit junge Leute herkommen?“ Weitere  erklärte Ziele des Bündisses sind die bessere Vernetzung innerhalb der Gemeinde, im Zuge derer auch weniger Fahrtwege und möglicherweise auch mehr Arbeitsplätze entstehen sollen sowie das Ankurbeln von Wirtschaft und Tourismus. „Aber wir haben auch definiert, wo die Schranken liegen: Wir geben nicht anderen die Schuld, wir klammern uns nicht an die Vergangenheit  und haben keine Angst vor Neuem.“, erklärt Möller entschieden. 
Um die Leute ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen hat die Bügerinitiative erste Veranstaltungen ins Leben gerufen, bei denen die Aktivität für die Stadt mit dem Austausch verbunden werden soll. Am 1. Mai soll gemeinsam von 10 bis 11 Uhr an vier verschiedenen Standorten in der Gemeinde Müll aufgesammelt werden. Am 2. Mai eröffnet eine Wanderausstellung in der Sozialstation Friesack, zu der auch die IHK eingeladen ist und über Möglichkeiten der Gemeindeentwicklung informiert. Am 12. und am 19. Mai hat das Bündis sämtliche Kandidaten der Kommunalpolitik der Stadt eingeladen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Egal wer die Wahl gewinnt: es geht darum, die Stadt voran zu bringen.“, so Möller. Am 19. Mai konnte Wolfgang Rieck für einen Veranstaltungsnachmittag in der Kirche Friesack gewonnen werden, wobei auch die kleinen Friesacker nicht zu kurz kommen. 
Momentan sind es um die 100 Friesacker, die aktiv mit an der Veränderung arbeiten, Sympathisanten gäbe es noch deutlich mehr, erklärt Möller. „Viele Dinge gab es auch schon mal in der Vergangenheit, haben wir uns erzählen lassen. Das Besondere an unserer Initiative ist die Vielschichtigkeit unserer Bürger, die den Initialschuss gegeben haben. Wir decken alle Bereiche ab: Von Kultur bis zur Wirtschaft, und wir haben auch politikerfahrene Leute in unseren Reihen. Die Erfahrungswerte, die wir in der Initiative bündeln, hat es bisher meiner Meinung nach noch nicht gegeben.“ (jk)

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