Die interkulturelle Mädchengruppe Falkensee

Eine der zehn Aktionen: Gemeinsam bemalten und gestalteten die Mädchen Stoffbeutel. Foto: Cajsa-Lisa Linder Lodèn

Falkensee.
Cajsa-Lisa Linder Lodèn und Karin Bargendegingen gingen schon eine Weile mit Frauen und Mädchen aus den verschiedenen Kulturen schwimmen, als sie auf die Idee kamen, sich bei der Partnerschaft für Demokratie zu bewerben. Der Antrag wurde durchgewunken und von da an konnten die beiden Schwedinnen dank der Fördergelder noch viel mehr auf die Beine stellen. Sie gingen ins Kino, kochten, bemalten Stoffbeutel, pinselten sich Henna-Tattoos auf die Arme und nahmen sogar Tanzunterricht. „Das Konzept war eigentlich, dass die Mädchen andere Mädchen kennen lernen. Dass sie neue Freunde finden und vielleicht  auch Mädchen, die in der gleichen Situation sind. Und auch, dass sie die Umgebung kennen lernen, Falkensee und auch Berlin. Und dass sie die Aktivitäten in einem sicheren Raum ausprobieren können, wo nur Frauen sind.“, erklärt Cajsa-Lisa. 
Das Projekt „Interkulturelle Mädchengruppe“ wurde von März bis Dezember 2018 finanziell von der Partnerschaft für Demokratie unterstützt. Bei der Auswahl der Veranstaltungen hatten die beiden Frauen freie Wahl, nur Alkohol und Ähnliches sollte nicht konsumiert werden. In dieser Zeit trafen sie sich mit den Gruppenmitgliedern neben den regelmäßigen Schwimmkursen zehn Mal, um sich bei verschiedenen Aktivitäten auszuprobieren. Eine feste Kerntruppe war immer dabei, manchmal wurden auch Freunde und Geschwister mitgebracht. Bei den Treffen gelang es den beiden Organisatorinnen nicht nur, Kontakte herzustellen, sie lernten auch eine Menge über ihre eigene Sicht auf die Dinge – und wie man vieles aus anderen Blickwinkeln neu bewerten muss. „Es sind zum Beispiel auch ganz viele Situationen entstanden, die ich und Karin für total normal gehalten haben, wo einige Mädchen aber einen anderen Eindruck von der Situation hatten. Wo jemand zum Beispiel gefilmt hat, als wir getanzt haben. Ein anderes Beispiel gab es im Schwimmbad: Auch wenn nur Frauen geschwommen sind, gab es trotzdem männliche Bademeister. Solche Sachen, die man einfach vergisst oder nicht so empfindet, wie wir das dachten. Da habe ich auch ganz viel gelernt, so kleine Details.“, erinnert sich Cajsa-Lisa. Und auch organisatorisch mussten zu Beginn einige Hürden genommen werden. Vom Projektantrag über die Kostenkalkulation bis hin zur Werbung für das Projekt wurde nach und nach ein Fragezeichen nach dem anderen ausgeräumt. „Zu Anfang hatten wir eine Website und wir hatten Flyer. Und das hat überhaupt nichts gebracht. Am Ende haben wir nur über Whatsapp kommuniziert.“  
Offiziell gibt es die Gruppe zwar nicht mehr, aber von fehlenden Fördergeldern wollen sich die beiden Schwedinnen nicht aufhalten lassen. „Wir werden auf jeden Fall weitermachen. Nicht so oft und eher im kleinen Rahmen, aber auf jeden Fall werden wir uns weiterhin treffen.“ 

Und inzwischen kennen sich  viele der Mädchen gut und treffen sich privat – genau wie Karin und Cajsa-Lisa es sich gewünscht hatten. Jeder, der mitmachen möchte, kann sich auch weiterhin über die Website interkulturellemaedchengruppe.de die Kontaktdaten heraussuchen und zum nächsten Treffen kommen.

(jk)

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