„Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“

„Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“

In Nauen wurde 2018 der Richart-Hof von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg saniert und nun als Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt. Foto: AG „Städte mit historischen Stadtkernen“

Nauen.
Es war wieder einmal soweit: Die AG Historischer Stadtkern fasste bei einem Pressefrühstück im Wiener Café die Geschehnisse des Jahres 2018 zusammen und informierte über Veränderungen und laufende Projekte in den 31 Städten der Arbeitsgemeinschaft. In Brandenburg leben zwei Drittel aller Menschen in Städten, welche die Früchte der Arbeit der AG ernten und vom verschönerten Stadtbild und kulturellen Erbe profitieren. „Unsere Stadtkerne sind Mittelpunkte des städtischen Lebens. Sie bieten ausgezeichnete Rahmenbedingungen, um in historischer Umgebung zeitgemäße Nutzungen zu ermöglichen. Viele Bürgerinnen und Bürger entscheiden sich ganz bewusst gegen das Großstadtleben und für unsere Altstädte.“, erklärt Frank Steffen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft und Bürgermeister der Stadt Beeskow.
2019 ist kulturell gesehen ein besonderes Jahr für die AG, da sich der Geburtstag Theodor Fontanes, dem Lokalstar Brandenburgs, zum 200. Mal jährt. „Alles Alte sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben.“ stellt daher auch eine gute Umschreibung der Arbeit der AG in diesem Jahr dar, da sie Altes in neuem Gewand erscheinen lässt und für die breite Masse erfahrbar macht. Gegründet durch die Liebe zu den alten Städten schaffte sie es, zerstörte Altstadtkerne wieder aufblühen zu lassen und ihnen neues Leben einzuhauchen. Die historischen Bauten sollen zudem nicht nur in Form von Kulturprojekten, wie Katrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburgs betont, sondern auch als Lebensraum zu einem bezahlbaren Preis zur Verfügung stehen. Unter dem Leitspruch „Stadtwärts! Zu Gast in der Mark“ wird das Jahr 2019 im Zeichen der Spurensuche stehen, wie sich Fremdenverkehr und Reisen von Fontanes Lebzeiten bis hin zum heutigen Tage entwickelt haben.
Steffen fasste die drei Schwerpunkte der AG-Arbeit zusammen: Neben der fachlichen Interessenvertretung wird vor allem an den Punkten Kultur sowie Marketing und Tourismus gearbeitet. 2019 sollen die Themenschwerpunkte Digitalisierung, die Radverbindung zwischen den einzelnen Städten, bezahlbares Wohnen und auch die energetische Sanierung der Bauten auf der Agenda stehen. „Wir brauchen eine Plattform zum Austausch.“, merkt Bernd Rubelt, Baubeigeordneter der Landeshauptstadt Potsdam, an. So könne man sich gegenseitig inspirieren, aufklären und von den Erfahrungen anderer profitieren, auch auf die Beanspruchung des öffentlichen Raums bezogen.

Auch in Nauen kann die AG im September 2018 ein erfolgreich abgeschlossenes Projekt vorweisen. Der Richart-Hof erfährt ein besonderes Interesse in der Region, da viele Menschen persönliche Geschichten über ihn zu berichten wissen. 1695 erbaut ist der regionaltypische Ackerbürgerhof der letzte Vierseithof der Altstadt und das größte kommunale Bauvorhaben in der Gebäudesanierung in Nauen. Nun fungiert er als Ausstellungs- und Veranstaltungsort, an dem eine umfangreiche Sammlung historischer Landwirtschaftsgeräte bestaunt werden kann. Im zum Veranstaltungsraum ausgebauten Dachgeschoss finden Lesungen, kleine Konzerte und Versammlungen statt. Im Erdgeschoss kann im Museumscafé der Besuch des Kleinods bei Kaffee und einem Stück Kuchen   gemütlich ausklingen. Eine besondere Attraktion stellt das zu Ehren von Herrn Richart eingerichtete „Heimstübchen“ dar, welches liebevoll mit historischen Einrichtungsgegenständen möbliert einen Einblick in die Vergangenheit des Hauses gewährt.

(jk)

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