Waldbrand tobt weiter

Treuenbrietzen. Rund 600 Einsatzkräfte versuchen derzeit, den Waldbrand bei Treuenbrietzen unter Kontrolle zu bringen. Die von der Evakuierung betroffenen Dörfer konnten gesichert werden, die Bewohner von Frohnsdorf dürfen nach Hause zurück. Entwarnung gibt es aber noch nicht.


Rund 600 Einsatzkräfte haben den großen Waldbrand bei Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) am Freitagvormittag stark eindämmen können. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke machte sich vor Ort ein Bild von der Situation und sprach mit evakuierten Bürgern. Zumindest die Einwohner von Frohnsdorf können wieder nach Hause zurückkehren, die anderen Ortschaften blieben aber noch gesperrt. Über die Evakuierung der beiden anderen Orte werde am Nachmittag entschieden.

Welle der Hilfsbereitschaft


Donnerstag, 23. August. Gerd Wegner aus Frohnsdorf ist mit seiner Frau im Harz. Er hat Geburtstag, den 78., da erreicht ihn ein Anruf seiner Tochter. Waldbrand. Die Ortschaft Frohnsdorf wird evakuiert. Die Nachricht sitzt. Beide packen die Koffer und machen sich auf den Heimweg. Mit Nachbarn aus der Karl-Marx-Straße sitzen sie am Freitagvormittag am Tisch in der Treuenbrietzener Stadthalle.
Das Medieninteresse ist groß. Wieder und wieder berichten die Frohnsdorfer Reporterteams von der Evakuierung, von den Flammen und den Rauchwolken. Die Stimmung ist gelassen, obwohl sie in der Nacht kein Auge zugemacht haben. Vielmehr sind sie beeindruckt von der Welle der Hilfsbereitschaft. Getränke und Verpflegung stehen bereit, selbstgebackener Kuchen wurde zur Stadthalle gebracht, selbst an Plüsch- und Kuscheltiere wurde gedacht. Es sind nur etwa 20 Personen, die die Nacht in der Mehrzweckhalle verbringen. Viele andere kamen bei Verwandten, Bekannten und Freunden unter. Auch am Freitagvormittag reißt die Welle der Hilfsbereitschaft noch längst nicht ab. Elke Sturm machte sich aus dem etwa 26 Kilometer entfernten Borkheide auf den Weg in die Stadthalle und bot eine Unterbringung an.
„Wir haben Vertrauen zu den Feuerwehrleuten“, so die einhellige Meinung am Tisch. Gegen Mittag erste Erleichterung. Die Frohnsdorfer können wieder in ihre Häuserzurückkehren, für die Einwohner der Ortschaften Klausdorf und Tiefenbrunnen geht das Ausharren weiter, die Evakuierung ist hier nicht aufgehoben. Die Ortschaften konnten gesichert werden, jedoch ist hier die Rauchentwicklung noch extrem hoch.
Derweil kämpfen Feuerwehren, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr, Polizei weiter mit den Flammen, die noch auf 350 Hektar lodern. Die Situation ist nach wie vor angespannt. Ministerpräsident Woidtke räumte ein, dass es hier noch um mehrere Tage handeln könnte, ehe der Brand gelöscht sein wird. Probleme bereite der ständig wechselnde Wind.
Besonderen Dank zollte er den etwa 600 Einsatzkräften vor Ort, die schier „übermenschliches“ leisteten, um die Gefahr zu bannen.
Mutmaßungen, dass Brandstiftung Ursache des Waldbrandes sein könnte, werden derzeit nicht bestätigt. Die Ermittlungen laufen, heißt es kurz und knapp von Ministerpräsident Woidke.  (fdk/ela)
Seit dem gestrigen Tage ist auch die Polizei wegen des Großbrandes im Bereich Treuenbrietzen mit rund 60 Beamten im Einsatz. Insbesondere führt die Polizei Verkehrs- und Absperrmaßnahmen durch. Betroffen von Sperrungen sind derzeit weiterhin die B 102 ab Treuenbrietzen / Abzweig Bardenitz bis Jüterbog sowie die Landesstraße 812 von Bardenitz bis zur B 102.  Wie lange diese Sperrungen aufrecht erhalten werden, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht mitgeteilt werden. Zudem führt die Polizei natürlich auch Schutzmaßnahmen im Bereich der evakuierten Ortschaften durch.