Werkstatt der Zukunft

Herausforderungen der Kinder- und Jugendarbeit besprochen

Nauen. Die Herausforderungen der städtischen Kinder- und Jugendarbeit wurden bei der Zukunftswerkstatt diskutiert. Es war eine gemischte Versammlung von Menschen, die eines gemeinsam hatten: Sie engagieren sich für Nauener Kinder und Jugendliche. Neben den ehrenamtlich Tätigen waren auch zwei Jugendliche, die sich einbrachten sowie eine überschaubare Anzahl an Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung. Auch Bürgermeister Manuel Meger (LWN) nahm sich die Zeit, Ideen anzutragen. Er sagte: „Die Identifikation mit einer Stadt bringt den Willen mit, sich an dem Image der Stadt zu beteiligen.“ Initiiert wurde die vierstündige Veranstaltung in den Mensa-Räumen des Leonardo-da-Vinci-Campus LDVC von Nauens Jugendkoordinatorin Anne Gillwald-Leppin. Durch die Veranstaltung führte das Moderatoren-Duo Laura Schenderlein und Thomas Weidlich von Demos, dem Brandenburgischen Institut für Gemeinwesenberatung/Mobiles Beratungsteam aus Potsdam. Besser bekannt sind sie beiden durch das Mobile Beratungsteam. Zur Planungsgruppe gehörten die Stadtverwaltung, der LDVC, die Johanniter Unfallhilfe, die Caritas, der Verein BIUF sowie das Quartiersmanagement der Stadt Nauen. Die Teilnehmer haben sich jedoch zur weiteren Arbeit in den nächsten Monaten den entwickelten Themen zugeordnet. In diesen Gruppen wird dann weiter gearbeitet. „Die Gruppen sind dann aber auch noch für weitere Interessierte offen“, sagte die Jugendkoordinatorin. Der Ablauf führte durch drei Kernphasen und begann mit der Kritikphase, in der die aktuellen Situation analysiert und die Probleme erfasst wurden. Dazu wurden von den Teilnehmern Dutzende Papierbögen beschrieben, auf den Fußboden gelegt und anschließend thematisch sortiert. In der Fantasiephase wurden Ideen und Lösungsvorschläge entwickelt, die zunächst durchaus utopisch sein durften und Sachzwänge ausgeblendet wurden. In der abschließenden Realisierungsphase wurden die Vorschläge strukturiert, auf ihre Umsetzbarkeit untersucht und Absprachen über das weitere Vorgehen gemacht. In der Zukunftswerkstatt wurden die Teilnehmer durch eine kreativitätsfördernde Atmosphäre angeregt, um fantasievolle und ungewöhnliche Lösungen für die Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln. Die Themen wurden unter den Motti „Nauen verbindet“, „Kooperations- und Beteiligungsschlaraffenland“, „Jugendportal“, „Gesundes, bewegtes, autofreies Nauen“, „Jugendzentrum“ oder „Open Space“ formuliert – letzterer soll eine Art Spielwiese mit sehr viel Freiraum für die Jugendlichen ohne Erwachseneneinfluss bieten. Dr. Irene Petrovic-Wettstädt, pädagogische Leiterin und Geschäftsführerin des LDVC, befürwortet ebenfalls ein kommunales Konzept. „Man braucht eine Vision für eine Stadt, die dadurch eine Vorreiterrolle mit Modellcharakter einnehmen wird“, sagte sie. Mit einem Konzept tue die Stadt unendlich viel Gutes für die Menschen in der Kernstadt und in den Ortteilen. „Gesunde, nachhaltige und bewegte Stadt – alles ist möglich“, appellierte Petrovic-Wettstädt. Pia Wehner, Autorin und Trägerin des oft zitierten Projektes „Raumpioniere Zukunft“, sagte: „Die Jugendlichen bestimmen die Themen der Zukunft, sie wollen Angebote nicht einfach konsumieren – sie wollen eigene Ideen realisieren.“ Gillwald-Leppin kündigte indes an: „Mit der Zukunftswerkstatt gehen wir ab heute den Weg für ein kommunales Konzept für die nächsten vier Jahre. Vier Themen werden dabei angeleitet, und ich lade alle Akteure dazu bereits heute ein, wobei weitere Gesprächsgruppen von mir initiiert werden.“ Der Soziologe Martin Evers vom BIUF wird die kommenden vier Sitzungen unterstützen. Der Verein begleitet die Weiterentwicklung sozialer Organisationen und Unternehmen, kommunaler und Landesverwaltungen. „Für das Jugendportal, das so oft gefordert wurde, sehe ich sehr gute Chancen für eine Realisierung in naher Zukunft“, stellte er fest. (ps)