Die Erdbeersaison läuft auf vollen Touren

Die Erdbeersaison läuft auf vollen Touren

Der Obst- und Gartenbauverein Werder eröffnete beim Familienbetrieb Barth/Remus in Glindow offiziell die Erdbeerernte. Vom Geschmack und der Qualität der frischen Früchte überzeugte sich auch die Baumblütenkönigin Peggy Sinning. Foto: Lange

Werder/Havel. Jetzt gibt es sie: die sonnengereiften Erdbeeren. In leuchtendem Rot sind sie auf den Freilandfeldern weithin sichtbar. Da läuft Genießern nur beim Anblick schon das Wasser im Munde zusammen.
Während im Land Brandenburg bereits am 25. Mai durch Agrarminister Jörg Vogelsänger die Erdbeersaison eröffnet wurde, fiel der Startschuss in der Region Werder in der vergangenen Woche. „Das war uns zu früh. Wir entscheiden allein, wann wir mit der Ernte beginnen“, erklärte Walter Kassin, Vorsitzender des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins.
Die Obstbauern hoffen, trotz fehlender Niederschläge, die schlechte Ernte des letzten Jahres, die im wahrsten Sinne des Wortes nahezu ins Wasser fiel, wieder auszugleichen. Beim Familienbetrieb Barth/Remus werden auf zirka zwei Hektar Erdbeeren beispielsweise in den Sorten Corona, Malvina, Pegasus oder Asia angebaut. Von einer zu erwartenden Rekordernte möchte hier aber niemand sprechen. Vielmehr sei es so, dass die Früchte aufgrund der heißen Temperaturen kaum noch wachsen, sie reifen nur noch.
Auf den Verkauf der erntefrischen Früchte an den Großhandel werde weitgehend verzichtet. Die direkte Vermarktung über eigene Stände und kleinere Geschäfte bringe fairere Erlöse. Im Schnitt kostet derzeit ein Kilo Erdbeeren fünf bis sechs Euro. Zudem werde ein Teil der Erdbeer-Anbaufläche in und um Werder zur Selbstpflücke angeboten, so der Vorsitzende des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins. Auf welchen Höfen dies in diesem Jahr möglich ist, veröffentlicht der Verein auf seiner Webseite unter www.obstbauverein-werder.de.
Der erste Beigeordnete der Stadt Werder Christian Große plädierte für den Einkauf des lokal angebauten Obstes, um die Vielfalt in der Region zu erhalten. Zugleich bedauerte er den enorm hohen bürokratischen Aufwand für die Obstbauern, um staatliche Förderung in Anspruch nehmen zu können. „Die Antragsflut ist ein blanker Hohn“, so Christian Große und erklärte, dass das in anderen Bundesländern deutlich leichter vonstatten ginge. (ela)