Schüler via „Hacke dicht“ sensibilisieren

Schüler via „Hacke dicht“ sensibilisieren

Kabarettist Eisi Gulp schockiert und informiert mit dem Programm „Hacke dicht - was dann“ Schüler und Lehrer zum Thema Drogenkonsum. Foto: boh

Drogen-Prävention auf Augenhöhe

Rathenow. „Sie kacken dir ins Hirn“, sagt Eisi Gulp. Schock, Witz, Spruch. Immer wieder spricht der 60Jährige in klaren, oft drastischen Worten, die durchaus nichts beschönigen, zu den Schülern der Ducker-Oberschule und Pestalozzi-Schule in Rathenow. „Hacke dicht“ heißt das Programm der Schultour initiiert von der Knappschaft und dem Deutschen Kinderschutzbund. „Warum trinken wir“, fragt  Gulp zu Beginn seines 90minütigen Ausritts durch alle moderne Drogen - illegal und legal. „Weil wir auf der Suche nach einem Glücksgefühl sind, die Sau raus lassen wollen“, so die Antwort durch den Kabarettist. Kinder schaffen es von einem Gefühlsmoment zum anderen zu springen. „In der Schule wird es ihnen wegrationalisiert. Da ist der Griff zur Droge vorprogrammiert, wie das Amen in der Kirche.“ Die Menschen, so Gulp, laufen den Glücksmomenten hinterher, wie beispielsweise ein Marathonläufer, dessen Körper Endorphine ausschüttet. „Wer kam eigentlich darauf, sich ein brennenden Stengel in den Mund zu stecken und den Rauch einzuatmen. Das ist als würde man an einem Auspuffrohr hängen.“ Gulp versucht den Schülern klar zu machen, dass es nicht cool ist zu rauchen, um cool wie der Marlboro-Mann zu sein. „Es ist cool die eigene Birne einzuschalten und den Mechanismus zu durchschauen“, rät der Kabarettist auf amüsante und aufrüttelnde Weise. Über den kleinen Joint, mit gestreckten und Bleiverseuchten Haschisch über gestreckte synthetische Drogen hängelt er sich zu den legalen Drogen. Gulp hebt nicht den Zeigefinger und macht dudu, verbietet und verteufelt, er macht aufmerksam. Drogen sind mit Giften gestreckt, damit andere mehr Geld verdienen und gefährden die Gesundheit. „Informiert euch, wen von Drogentoten die Rede ist, sind das Opiattote - 950 im Jahr. Dazu kommen 74.000 die sich zu Tode gesoffen haben und 55.000 die am Medikamentengenuss gestorben sind“, schockiert er.   So stellt Gulp auch die Scheinheilligkeit an den Pranger, in der Haschisch und Co. verteufelt werden, am besten beim Stammtischbier.
„Am Anfang steht immer das Party machen, heraus kommt schnell das Alkoholkoma. Jungs damit beweist ihr nicht eure Männlichkeit. Mädels, betrunkene Frauen sind einfach ekelhaft. In einem Jahr wurden in Berlin 270 Jugendliche in ihrer eigenen Kotze liegend in der Gosse gefunden“, rüttelt der Kabarettist am Gewissen. Diese kamen ins Krankenhaus, wo sie Mittel bekommen, die den Alkohol rasch neutralisieren. Am nächsten Morgen, geht es  denen wieder relativ gut. „Ich bin der Meinung, man sollte den Jugendlichen nur den Magen auspumpen und gut - damit sie merken, was sie ihrem Körper antun“, so  Gulp.
Das gesehene diskutieren und werten die Schüler innerhalb des Unterrichts aus.

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