Gollenberg-Cup im Segelfliegen

Deutschlands Junioren flogen um Qualifikationspunkte von Stölln aus

In zwei Klassen gingen 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Stölln an den Start, um ihr Können in der Luft zu Beweisen. Foto: boh

An mehreren Wettkampftagen rangen die Teilnehmer um den Sieg. Foto: Nico Klingspohn

Stölln.

Sieht man Segelflieger am Himmel, ist es kaum zu glauben, dass sie mit bis zu 200 km/h durch die Luft fliegen. In den vergangenen beiden Wochen fanden von Stölln aus Qualifikationswettbewerbe für die Deutschen Juniorenmeisterschaften statt.
Der zweite Gollenberg-Cup wurde in zwei Klassen ausgeflogen. Solch einen Pokal konnten Philip Goralski in der Clubklasse und Dennis Poley in der Standardklasse am Donnerstag in den Händen halten Auf den dritten Platz flog in der Standardklasse Julius Gäde vom Flugplatz Brandenburg. Insgesamt gingen 41 Starter im Alter von 17 bis 25 Jahren in der Club- und der Standardklasse an den Start. Mittels Motorflieger ließ der ausrichtende Verein, der Flugsportverein Otto Lilienthal e.V., die Wettkampfteilnehmer auf eine Höhe von rund 650 Meter ziehen. Das Außergewöhnliche. Der Start erfolgt nicht für jeden Teilnehmer nach dem er in die Luft gezogen wurde. Vielmehr kreisen die Teilnehmer einer Klasse über dem Flugplatz bis alle Segelflieger in der Luft sind. 20 Minuten später erfolgt der Start.
Bis zum Start suchen sich die jungen Piloten  Wolken, die aufsteigende Warmluft signalisieren. Von unten kann man das Feld unter einer Wolke gut beobachten. „Segelflieger schauen, wo sich Wolken bilden und wie sie aussehen. Haben sie eine Dreieckform mit einer ganz geraden Unterkante, die dunkle Stellen aufweist, kann man davon ausgehen, dass sie sich in Aufwinden bildet“, erklärt Johannes Hille, Vorsitzender des Verein.

Solche Wolken suchen sich die Flieger auch während des Wettbewerbes, um an Höhe zu gewinnen. „Die Sonne erwärmt die Erde und die Luft darüber. Wind stößt diese warme Luft gegen eine Kante - beispielsweise gegen eine Waldkante. Dort steigt die erwärmte Luft nach oben. Am Himmel kondensiert die sich abkühlende Luft zu Wolken“, so Hille. Während die Piloten Strecken fliegen, verlieren sie an Höhe. Dennoch fliegen die Segelflieger an einem Wettkampftag beispielsweise 360 Kilometer. Jedem Wettkampfteilnehmer wird eine Strecke vorgegeben, der er nachfliegt.
Der Stöllner Verein konnte Dank Fördermittel bereits zum dritten Mal den Qualifikationswettbewerb für die deutschen Juniorenmeisterschaften austragen. 2012 fanden von Stölln aus sogar die Deutschen Juniorenmeisterschaften selbst und 2014 die Deutschen Meisterschaften der Frauen statt. Helfer braucht solch ein Wettbewerb, der über mehrere Tage ausgetragen wird. Mindestens drei Wettkampftage mit Wertungen bedarf es, um die besten Segelflieger zu ermitteln. Der Flugsportverein Otto Lilienthal zählt mehr als 140 Mitglieder, 65 davon sind aktiv, rund 20 zählen zum Nachwuchs unter 25 Jahren.

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