Viele sind an schlechten Schlaf selbst schuld

Krankenanalyse der DAK für Potsdam

Potsdam. Der Krankenstand in Potsdam ist 2016 geringfügig gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 4,6 Prozent gab es in der Landeshauptstadt allerdings den zweitniedrigsten Krankenstand in Brandenburg. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 46 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Brandenburg wurde mit je 5,5 Prozent im Landkreis Oberhavel verzeichnet, der niedrigste mit 4,3 Prozent in der kreisfreien Stadt Cottbus. Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für Potsdam zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Mehr als jeder fünfte Ausfalltag wurde von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie zum Beispiel Rückenleiden verursacht. Die Fehltage sind im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen, liegen aber weiter deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Psychische Erkrankungen wie Depressionen stiegen um 16 Prozent ebenfalls an. Es folgten an dritter Stelle Atemwegserkrankungen wie Bronchitis. Die Fehltage gingen hier um 13 Prozent zurück, weil eine Erkältungswelle ausblieb. Die Landeshauptstadt liegt bei beiden Diagnosen über dem Landesschnitt. „Wir informieren nicht nur regelmäßig über den Krankenstand in Potsdam, sondern schauen darüber hinaus auf wichtige Einflussfaktoren für Erkrankungen“, sagt Martina Hallmann von der DAK-Gesundheit. „Diese Analysen helfen uns, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. So wird beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt.“
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunktthema „Schlafstörungen“ auch, wie es um die nächtliche Erholung der Arbeitnehmer steht. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Brandenburg aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Die Ergebnisse wurden mit einer DAK-Untersuchung aus dem Jahr 2010 verglichen. Ein Fazit: Mehr als 80 Prozent der Erwerbstätigen in Brandenburg berichten von Schlafproblemen. Seit 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 64 Prozent an. Schwere Schlafstörungen haben sich seit 2010 sogar mehr als verdoppelt. Jeder zehnte Arbeitnehmer (10,2 Prozent) in Ostdeutschland leidet unter schweren Schlafstörungen (Insomnien) mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Die DAK-Analyse für Brandenburg zeigt, dass sich dieser Trend auch bei den Krankmeldungen auswirkt. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen haben sich in den letzten Jahren auf jetzt 3,77 Tage je 100 Versicherte verdoppelt. Die große Mehrheit der Brandenburger versucht allein mit den Schlafproblemen zurechtzukommen und geht nicht zum Arzt. Lediglich 6,1 Prozent der Erwerbstätigen waren im vergangenen Jahr deswegen in den Praxen. Damit liegen die Märker noch über dem Bundesdurchschnitt von 4,8 Prozent. Selbst Erwerbstätige mit der schweren Schlafstörung Insomnie gehen meist nicht zum Arzt: 70 Prozent von ihnen lassen sich nicht behandeln.
Ursache für Schlafprobleme sind laut DAK-Report Brandenburg unter anderem die Arbeitsbedingungen. Wer zum Beispiel häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigert sein Risiko, schwere Schlafstörungen zu entwickeln. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie Nachtschichten und ständige Erreichbarkeit nach Feierabend gelten in diesem Zusammenhang als wichtige Risikofaktoren.
Viele Arbeitnehmer in Brandenburg sorgen aber auch selbst für einen schlechten Schlaf. Nach der Studie der DAK-Gesundheit schauen 77 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme und Serien, 67 Prozent erledigen abends private Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone. Jeder fünfte Brandenburger kümmert sich noch um dienstliche Dinge wie E-Mails oder die Planung des nächsten Arbeitstages. „Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen“, so Martina Hallmann. „Die Beschwerden müssen ernst genommen werden, da chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit ernsthaft schaden kann.“
Als Reaktion auf die aktuelle Studie und die zunehmenden Schlafstörungen bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort eine spezielle Schlaf-Beratung an: Die neue Hotline ist rund um die Uhr erreichbar. Unter der Rufnummer 040 325 325 805 geben Mediziner individuelle Hinweise und Tipps rund um die Themen Schlafen und Schlafstörungen. Im Internet bietet die DAK-Gesundheit auch ein umfangreiches Schlaf-Special an: Auf www.dak.de/schlaf gibt es viel Wissenswertes rund um das Thema gesunder Schlaf sowie ein Schlaftagebuch.

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