Von Frau zu Frau

Von Frau zu Frau

Frauke Hildebrandt (1.v.l.) und Manja Schüle besuchten die Mammographie-Praxis in Potsdam. Im Gespräch mit Dr. Christiane Pietrkiewicz (1.v.r.) verschafften sie sich einen Überblick zum bundesweiten Screening-Programm. Foto: Lange

In Erinnerung an Regine Hildebrandt

Potsdam. US-Schauspielerin Angelina Jolie hat sich beide Brüste operativ entfernen lassen. Nach eigenen Angaben ist sie wegen eines Gendefekts anfällig für eine Krebserkrankung. Das Thema Brustkrebs bekam plötzlich neue Aufmerksamkeit. Dabei sollte es nicht nur aktuell sein, weil ein eine Prominente derart radikal gehandelt hat. Brustkrebs ist immer noch eine häufige Krebsart bei Frauen. Und doch geht die Teilnahmequote der Frauen zwischen 50 und 69 laut Dr. Christiane Pietrkiewicz, Ärztin in der Mammographie-Screening-Praxis der Ernst-von-Bergmann Poliklinik im Potsdamer Hauptbahnhof, leicht zurück.
Dr. Manja Schüle und Professor Dr. Frauke Hildebrandt besuchten vergangenen Mittwoch das Mammographiezentrum West. Für Frauke Hildebrandt ist es ein besonderer Tag: Es wäre der 76. Geburtstag ihrer Mutter. 60 Lebensjahre waren Regine Hildebrandt nur vergönnt. Aber die Erinnerung an die „Mutter Courage des Ostens“ ist für viele Menschen auch fünfzehn Jahre nach ihrem Tod noch sehr lebendig. Gerade um ihren Geburtstag herum wird vielerorts der außergewöhnlichen Politikerin gedacht, die sich wie keine andere mit großer Klappe und noch größerem Herzen vor allem für die kleinen Menschen eingesetzt hat.
Ein Anliegen, das mit dem politischen Wirken und dem persönlichen Schicksal Hildebrandts gleichermaßen eng verbunden ist, will die SPD-Direktkandidatin zur Bundestagswahl Manja Schüle an diesem Tag in den Mittelpunkt rücken. Die SPD-Politikerin will in der Mammographie-Screening-Praxis der Ernst-von-Bergmann Poliklinik im Potsdamer Hauptbahnhof mit der verantwortlichen Ärztin Dr. Christiane Pietrkiewicz über das bundesweite Screening-Programm für Frauen ins Gespräch kommen und für die freiwillige und regelmäßige Brustkrebs-Vorsorge werben. Frauke Hildebrandt war vor Ort, um aus persönlicher Sicht über den doppelten Kampf ihrer Mutter in Sachen Gesundheit zu berichten: Den politischen für eine hochwertige und wohnortnahe Versorgung in Brandenburg. Und den ureigenen gegen ihre schwere Krebserkrankung, der sie am 26. November 2001 erlag.
Manja Schüle erklärte dazu: „Mich beeindruckt bis heute tief, wie unerschrocken Regine Hildebrandt in Interviews und vor allem in persönlichen Gesprächen auf die Bedeutung der Früherkennung gedrungen hat, selbst als sie schon sichtbar unter der Last ihrer Krebserkrankung und den Therapien leiden musste. Und ich kann mir bildhaft vorstellen, wie stolz und zufrieden sie wäre, dass wir heute ein bundesweites Vorsorgeangebot im Kampf um die häufigste Krebserkrankung bei Frauen haben. Dass sie es auch wahrnehmen – dafür will ich ganz im Sinne Regine Hildebrandts trommeln.“ Neben der Praxis im Hauptbahnhof gibt es noch zwei Standorte in Beelitz und Brandenburg/Havel. Darüber hinaus sorgt eine rollende Praxis – das genannte „Mammobil“ – an wechselnden Orten für eine wohnortnahe Vorsorgemöglichkeit. (ela)

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