OB-Kandidat auf Tour durch Kirchmöser

OB-Kandidat auf Tour durch Kirchmöser

Jan van Lessen wurde von Ortsvorsteherin Ines Budick zur Bürgerversammlung in die Stube eingeladen. Foto: pet

In der Stube hörte sich Jan van Lessen die Kirchmöseraner Probleme an

Kirchmöser. Lösungen für die Probleme im Eisenbahnerstädtchen Kirchmöser hat Oberbürgermeisterkandidat Jan van Lessen nicht parat, aber er hört gerne zu und will u.a. wissen wie  wichtig den Kirchmöseranern die Ortsteilverwaltung  ist.
Vieles ließe sich nicht kurzfristig verändern,    sagt van Lessen bei der Bürgerversammlung in der „Stube“, zu der er auf Einladung von Ortsvorsteherin Ines Budick kam. Das ein schneller Autobahnzubringer fehlt, um weitere Ansiedlungen nach Kirchmöser zu bringen, weiß van Lessen. Das müsse in den Bundesverkehrswegeplan rein, sagt er. Die Kirchmöseraner, so wird schnell deutlich, fühlen sich von der Stadtspitze abgehängt und vernachlässigt.  Viele Industrieflächen liegen trotz vielen Fördermillionen die geflossen sind, brach. Die Projektentwicklung Kirchmöser verschwand dieser Tage in der städtischen Wirtschaftsförderung und neue Arbeitsplätze gab es in letzter Zeit kaum - trotz landschaftlich toller Lage mit Wassernähe. Dabei  zahlten die Kirchmöseraner über Jahrzehnte immer fleißig in die Brandenburger Steuerkasse ein.
Den verkommenen und inzwischen privatisierten Bahnhof sowie das leerstehende ehemalige Krankenhaus und das marode Klubhaus am Seegarten empfinden viele  Bürger als „Schandfleck“. Die leer- und oftmals offenstehenden Leerstands-Gebäude im Industriegebiet Nord werden als Sicherheitsrisiko empfunden - dabei könnte aus einigen Gebäuden in Wassernähe hochwertige Wohnungen entstehen, sagt eine Bürgerin, die wegen der schönen Landschaft erst kürzlich in den Brandenburger Ortsteil zog.  Tobias Dietrich von Pro Kirchmöser sagt, was vor 100 Jahren dazu geführt habe soviel Industrie anzusiedeln müsse auch heute noch ein Grund für Ansiedlungen sein. Die Satdtverwaltung müsse hier ihre Vermarktungsanstrengungen erhöhen. Der SPD-Stadtverordnete Carsten Eichmüller meint, Kirchmöseraner Gewerbegrundstücke befänden sich in Konkurrenz mit verkehrlich besser angeschlossenen Flächen in Hohenstücken, auf dem ehemaligen SWB-Gelände und in Schmerzke. Es sei daher schwer neue Investoren zu finden.
Heike Kirchner vom ESV Kirchmöser beklagt die unsichere Situation der Sportgelände: niemand wisse wie sich die Pachten entwickeln und ob die Sportler neue Plätze bekommen wenn ein Investor die Flächen beansprucht. Die Stadt müsse endlich für klare Verhältnisse sorgen, fordert Kirchner, die u.a. alljährlich auch den Kirchmöserlauf organisiert. Ein Feuerwehrmann stellte klar, dass seine Kameraden nicht wie geplant an einen neuen Standort im Industriegebiet Süd ziehen wollen, sondern es lieber hätten dass die Stadt das historische Wachengebäude saniert.
Vor der BOS Kirchmöser wünschen sich einige einen Zebrastreifen obwohl da kaum ein Auto langfährt weil die Sprungschanzen im Pflaster immer größer werden - Brandenburgs holprigstes Pflaster soll seit 2004 saniert werden und immer wieder verschiebt sich der Bautermin weil im Stadthaushalt andere (innerstädtische) Prioritäten vorgeschoben werden. Das Gefühl, das zu wenig passiere, habe er in nahezu allen Stadtteilen gewonnen, berichtet van Lessen. Es sei Zeit, mehr Geld in die Randzonen zu investieren. Ortsvorsteherin Ines Budick wünscht sich einen Schulbus, der die Schüler aus Brandenburg und Plaue zur Schule bringt - die Verkehrsbetriebe hätten bisher immer abgelehnt weil es nicht genügend Fahrzeuge gebe, beklagt Budick, die selbst Lehrerin an der Schule ist.Van Lessen wurde auch gefragt, wie er die Einnahmen der Stadt weiter erhöhen würde - da hält sich der ehemalige Banker bedeckt - der Gewerbesteuersatz sei schon einer der höchsten im Land und er sehe dort keinen Spielraum mehr nach oben. Zusätzliche Einnahmen verspricht er sich allerdings durch ein innerstädtisches Parkraumbewirtschaftskonzept was bisher fehle, so der 62-Jährige. 

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