Sperling der häufigste Vogel

Auswertung der Wintervogel-Zählung

Brandenburg. Vom 5. - 7. Januar fand die achte Stunde der Wintervögel statt. Der Naturschutzbund NABU hatte dazu aufgerufen, an diesem Wochenende eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu beobachten und zu melden. Dabei zeigte sich, dass die besonders geringen Zahlen vom Vorjahr Ausreißer waren.
Ornithologen und Naturfreunde atmen nun auf. „Bei einigen Arten hat sich die Situation nach Ausreißern im Vorjahr jetzt wieder normalisiert, z.B. bei Blaumeise und Kleiber, da waren die Zahlen im Vorjahr sehr niedrig und bei der Amsel sehr hoch. So wurden in diesem Jahr im Durchschnitt 6,01 Kohlmeisen pro Garten gezählt, im letzten Jahr waren es nur 5,5. Der Kleiber wurde aktuell im Durchschnitt 0,82 mal je Garten gezählt, 2017 waren es nur 0,54 Vögel pro Garten. Die Amsel lag jetzt mit 2,63 pro Garten wieder im normalen Bereich, in 2017 überdurchschnittlich bei 3,89“, erläutert Christiane Schröder, Geschäftsführerin des NABU Brandenburg.
In Brandenburg liegen bislang nach dem Dauerspitzenreiter Haussperling die Kohlmeise auf Rang 2, gefolgt von Feldsperling, Blaumeise und Amsel.
Auf Rang 6 folgt der Grünfink, der einen anhaltenden Negativtrend aufweist, was offenbar auf das seit 2009 immer wieder regional auftretende Grünfinkensterben zurückzuführen ist.
Auch einige Invasionsvögel, also Arten, die in Schwärmen die nördlichen Gebiete verlassen und im Brandenburgischen als Wintergäste auf Nahrungssuche gehen, wurden vermehrt gesichtet. So hat der Fichtenkreuzschnabel (bei allerdings insgesamt niedriger Zahl) eine extreme Steigerung hingelegt, das entspricht dem bereits zuvor von Ornithologen bemerkten sehr starken Einflug seit dem letztem Herbst. Auch das gute Abschneiden der Gimpel dürfte wohl auf einen überdurchschnittlichen Einflug nordöstlicher Vögel zurückzuführen sein.
Ein Kuriosum ist das Auftreten der Graugans in den Top 10, denn die Stunde der Wintervögel legt ja den Fokus auf die Arten des Siedlungsraumes.  Vermutlich haben größere Gänsetrupps Gärten überflogen und wurden mitgezählt.  
„Das aber passt ins Gesamtbild“, so Christiane Schröder, „Während noch vor zwanzig Jahren im Winter kaum Graugänse hierblieben, sondern in Richtung Süd- und Westeuropa abgezogen sind, werden seit einigen Jahren allerorten kleine und größere Trupps auch noch im Januar beobachtet.“
Noch bis zum 15. Januar können die Beobachtungen per Online-Formular unter www.stundederwintervoegel.de gemeldet werden.

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