Lehrermangel - was tun?

Bildungsministerin Ernst verspricht Besserung

Brandenburg. Das Potsdamer Bildungsministerium teilte den Jungen Liberalen  auf Anfrage mit, dass die Zahl der ersatzlos ausgefallenen Unterrichtsstunden im vergangenen Schuljahr 2016/2017 mit 2,1 Prozent den höchsten Wert seit zehn Jahren erreicht hat. So entfielen 255127 Unterrichtsstunden ersatzlos.
Die Jungen Liberalen Brandenburg nehmen dies zum Anlass für scharfe Kritik an der Bildungspolitik der Landesregierung. „Die Landesregierung blieb zu lange untätig. Jahrelang steuerte sie auf den heute eklatanten Lehrermangel zu. Jetzt sind die Schüler die Leidtragenden“, meint Matti Karstedt, Landevorsitzender der Jungen Liberalen Brandenburg.
Die Jungen Liberalen fordern deshalb eine Lehrerausbildungs-Offensive für das Land. „Das Einstellen von Quereinsteigern kann nur eine Übergangslösung sein. Um in Zukunft den Lehrerbedarf decken zu können, muss Brandenburg mehr Lehrer ausbilden. Momentan geschieht das nur an der Universität Potsdam. Wir brauchen mehr Ausbildungsstandorte im Land“, ergänzt Karstedt. Interessenten für ein Lehramtsstudium gibt es laut Karstedt genügend: „Die meisten Lehramtsstudiengänge an der Universität Potsdam sind NC-beschränkt. Es gibt also mehr Bewerber als Studienplätze. Das Land muss endlich mehr Geld in die Lehrerausbildung investieren, um die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen. Sonst wird die Landesregierung ihren eigenen Rekord bald erneut brechen.“ Bildungsministerin Britta Ernst sieht das anders: „Die Vermeidung von Unterrichtsausfall hat an allen Brandenburger Schulen höchste Priorität.Der ersatzlos ausgefallene Unterricht in den Schulen des Landes Brandenburg liegt seit vielen Jahren auf niedrigem Niveau von rund zwei Prozent. Im zurückliegenden Schuljahr 2016/17 waren es 2,1 Prozent. Um drohenden Unterrichtsausfall angemessen entgegen treten zu können, hat das Bildungsministerium große Anstrengungen unternommen, um den Unterrichtsausfall so minimal wie möglich zu halten. Dies war auch deshalb notwendig, da die Anzahl der zu vertretenden Unterrichtsstunden seit längerem bedingt durch Krankheit  von Lehrkräften zugenommen hat.“
 Folgende Maßnahmen wurden durch das Bildungsministerium umgesetzt:      Das Bildungsministerium unterstützt die Schulen mit dem Vertretungsbudget und der Vertretungsreserve. Zudem wurden laut Ernst Maßnahmen zum Gesundheitsmanagement ergriffen und finanzielle Anreize für für Mehrarbeit bei Lehrkräften geschaffen. „Mit diesen Maßnahmen konnte bei der Unterrichtsabsicherung u.a. erreicht werden, dass Zeugnisnoten in allen Fächern für alle Schüler erteilt werden konnten“, betont die Ministerin. 

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