Das Vogelsterben aufhalten

NABU: 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren

Auch die Bestandszahlen des Haussperlings sind dramatisch gesunken. Foto: Fotonatur

Brandenburg. Laut einer Auswertung des NABU hat Deutschland im Zeitraum zwischen 1998 und 2009  12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren. Das entspricht 15 Prozent des Bestandes von 1998. Das bedeutet einen Rückgang von 97,5 auf 84,8 Millionen Brutpaare. Die Zahlen machen vor allem deutlich, dass zwar manche seltenen Arten zunehmen, dafür aber häufige und weit verbreitete Arten massiv abnehmen. „Aufgrund dieser dramatischen Zahlen muss man von einem regelrechten Vogelsterben sprechen. Während wir es schaffen, große und seltene Vogelarten durch gezielten Artenschutz zu erhalten, brechen gleichzeitig die Bestände unserer Allerweltsvögel ein. Sie finden einfach in unserer heutigen aufgeräumten Agrarlandschaft außerhalb von Naturschutzgebieten keine Überlebensmöglichkeiten mehr“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. 20 Prozent der verlorengegangenen Vögel stellt allein der Star, frisch gekürter Vogel des Jahres 2018. Mit fast 2,6 Millionen Brutpaaren weniger, ist diese Art besonders betroffen. Die häufigen Arten Haussperling, Wintergoldhähnchen und Buchfink folgen auf den nächsten Plätzen. Daneben finden sich mit Feldlerche, Feldsperling und Goldammer drei weitere Vögel der Agrarlandschaft unter den zahlenmäßig größten Verlierern. Im betroffenen Zeitraum hat der Anteil an artenreichen Wiesen und Weiden oder Brachflächen drastisch ab-, dagegen der intensive Anbau von Mais und Raps stark zugenommen. Ein verblüffend ähnliches Muster wie bei der Entwicklung der Vogelzahlen zeigt sich bei der Zahl der Insekten: Eine unlängst veröffentlichte, für ganz Deutschland repräsentative Studie, hat bisherige dramatische Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland bestätigt. Seit den 90er-Jahren hat dort die Biomasse der Fluginsekten zwischen 76 bis 81 Prozent abgenommen.  „Ein direkter Zusammenhang mit dem Vogelrückgang ist sehr wahrscheinlich, denn fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit Insekten“, so Lachmann. Der NABU fordert die Koalitionsparteien einer neuen Bundesregierung dringend  auf, die Notbremse zu ziehen und eine grundlegende Reform der Agrarförderung auf EU-Ebene durchzusetzen. Öffentliche Gelder sollen nicht  mit der Gießkanne verteilt, sondern aus einem Naturschutzfonds an Landwirte für konkrete öffentliche Naturschutzleistungen gezahlt werden.                 

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Brandenburg

Stadt will mit Umland enger kooperieren
Brandenburg

Stadt will mit Umland enger kooperieren

Zur Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Dietmar Woidke nach der Absage der Kreisreform sagt Bürgermeister Steffen Scheller: „Die Regierung ist in der Pflicht zu sagen, wie es weitergehen soll,...

Brandenburg

1,2 Cent Ersparnis bei Langzeitvertrag

„Die Strom- und Erdgaspreise der Stadtwerke bleiben auch 2018 konstant. Darüber hinaus bietet das Unternehmen Rabattprodukte an. Die StWB-Kunden können sich damit eine Preisgarantie bis zum 31....

Permanent Pannen
Brandenburg

Permanent Pannen

Humor muss Panne sein! Dies wird Markus Krebs auch in seinem dritten Live Programm „Permanent Panne“ unter Beweis stellen am Sonntag, 19. November, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Brandenburger...

Brandenburg

Fünf sind spitze

So eng war es wohl schon lange nicht mehr in der Basketball-Oberliga. Nach 6 Spielen kristallisiert sich eine Spitzengruppe aus 5 Teams heraus, die um die begehrten 4 Play Off Plätze kämpfen werden....

Brandenburg

Gegen Einbrüche

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt die Zahl der Einbrüche. Die Polizeidirektion West klärt daher über richtiges Verhalten und technische Einbruchschutzmaßnahmen auf. Ganzjährlich bietet das...