Tag der Architektur am 25. Juni

Tag der Architektur am 25. Juni

In Päwesin sind umgebautes Bauernhaus und Scheune zu besichtigen.

In Päwesin wird Umbau eines Bauernhauses und einer Scheune präsentiert

Brandenburg. Sonntag, 25. Juni, veranstaltet die Brandenburgische Architektenkammer den „Tag der Architektur“: 36 in den vergangenen drei Jahren neu errichtete oder umgestaltete Bauten bzw. Anlagen im ganzen Land sind von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Um 13, 15 und 17 Uhr bieten die Architekten Führungen an.
„Bauen findet heute zu großen Teilen im Bestand statt und das Programm zeigt, wie spannend diese Aufgaben sind“, wirbt Kammerpräsident Christian Keller, selbst Architekt in Cottbus: „Dass Architekten Spezialisten für Denkmalpflege sind, ist inzwischen bekannt – diesmal zeigen wir ganz viele Projekte, wo die vorhandene Bausubstanz aus ökonomischen und ökologischen Gründen weiter verwendet wird, also gewissermaßen als Rohstoff – und als Inspiration für ein Zusammenspiel von alt und neu.“
Zu besichtigen beispielsweise bei dem „Haus mit Schornstein“ in Stahnsdorf-Güterfelde, wo sich eine graue Heizzentrale aus DDR-Zeiten in einen weißen Schwan verwandelt hat, zeitgemäß genutzt als Wohnatelier, mit dem alten Schornstein als Markenzeichen. Oder bei der Neugestaltung des städtischen Kulturzentrums in Templin, wo ein Konglomerat aus Klassizismus, Jugendstil und Nachwende-Ergänzungen nicht nur technisch nachgerüstet, sondern auch mit einem durchgängigen Konzept für Licht, Farben und Oberflächen zum Raumerlebnis inszeniert wurde. Oder beim Wiederaufbau der Brandruine einer gründerzeitlichen Maschinenfabrik in Cottbus, in deren Backsteinmauern unter einem neuen weitspannenden Dachtragwerk der großzügige Saal einer Tanzschule sowie Behandlungsräume für eine Physiotherapie entstanden. In der Nähe zu besichtigen ist ein Bauernhaus und eine Scheune in Päwesin, Fischerstraße 5. Das alte Bauernhaus eines Dreiseithofes wurde saniert, nachträgliche Einbauten zurückgebaut, so dass die ursprüngliche Struktur wieder erfahrbar wird. Das Dach wurde gedämmt und neu eingedeckt, die Fassaden verputzt und neue Fenster eingebaut. Die gewählten Oberflächen stehen im Farb- und Materialdialog mit der rückwärtigen, schon zu Ateliers und Wohnungen umgebauten Scheune. Das Vorgefundene wird nicht überformt, sondern roh belassen und nachvollziehbar ergänzt. Im leeren Innenraum der  Backsteinscheune sollten dagegen neue Nutzungen untergebracht werden: Die Tordurchfahrt wird zum Gemeinschaftsraum, Fensteröffnungen in die bestehende Vollziegelwand „hineingeschnitten“ und rahmen Blicke in die Landschaft. Das Prinzip Verzahnung von Altem und Neuem bestimmt die Konstruktion. Bauliche Eigenheiten und Materialien werden aufgenommen und verdeutlicht, Spuren sichtbar gelassen.
Erfreulich am Programm sei die zunehmende Anzahl privater Bauherren, die sich mit ihren Architekten beworben haben und für den Tag der Architektur ausgewählt worden sind, stellt Keller fest: „Darin kommt der Wunsch vieler Menschen zum Ausdruck – professioneller Investoren ebenso wie Eigenheimbesitzer – mit qualitätvoller Architektur beständige Werte zu schaffen, die den jeweiligen Ort prägen und bereichern.“
 Ein Programm-Flyer für den 25. Juni kann kostenlos bestellt werden unter Tel 0331/275910 oder info@ak-brandenburg.de. Eine Übersicht gibt es unter www.ak-brandenburg.de/content/tag-der-architektur-2017.

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