eSports vor Anerkennung als Sportart

eSports vor Anerkennung als Sportart

Die Anerkennung des eSports als Sportart wird im Koalitionsvertrag vorgeschlagen und diskutiert. Foto: man

Videospieler befürworten Idee aus dem Koalitionsvertrag

Havelland. Die Anerkennung des eSports wird im neuen Koalitionsvertrag festgehalten. So heißt es im vorläufigen Entwurf, man wolle „eSports künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen“. Fifa, Counter-Strike und zahlreiche Strategiespiele werden seit Jahren erfolgreich von deutschen Spielern bestritten. Der Ketziner Marco Biedermann organisiert mit seinem Unternehmen Powerplay-Events Fifa-Turniere und reist hunderte Kilometer, um Duelle in Hallen und Stadien stattfinden zu lassen. Er sagt zur Entscheidung: „Für die gesamte eSport Szene ist es natürlich ein gewaltiger Schritt. Die Anerkennung macht vieles leichter. Es werden Fördermittel freigegeben und das allgemeine Ansehen steigt. Für die Sportler gibt es jetzt umso mehr Anreize sich für eine Profi-Laufbahn zu entscheiden, denn das Ziel heißt dann Olympia und Olympia war für jeden Sportler bisher ein Traum.“ Darüber hinaus sei die Entscheidung ein „guter Anfang, den es nun zu vergolden gilt.“ Persönlich denkt der Havelländer „dass der Schritt längst überfällig ist. Wenn man bedenkt, dass es bereits seit 2003 Weltmeisterschaften gibt und diese teilweise von deutschen Spielern dominiert wurden und wir erst im Jahr 2018 davon sprechen ob es ein Sport ist oder nicht.“ Seiner Ansicht nach werde von vielen Außenstehenden unterschätzt, wie viel Konzentration man aufbringen müsse, „wenn man erfolgreich spielen will. eSport Profis trainieren genau wie die Fußballer auf dem Rasen täglich und schauen sich ihre Spiele noch einmal an, um aus Fehlern zu lernen. Genauso werden die Gegner auf mögliche Schwachstellen analysiert.“ Auch Universitätsprofessor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln argumentierte kürzlich im ARD-Morgenmagazin für die Anerkennung des eSport. Spieler Daniel B. argumentiert: "Ich halte es richtig, dass virtueller Sport anerkannt wird, da meine Konzentration gesteigert wird. Darünber hinaus ist mein Pulsschlag und die mentale Konzentration auf einem höheren Level als gewöhnlich." Event-Veranstalter Marco Biedermann denkt, dass die Wertschätzung „von ganz alleine“ entstehe, wenn sich der Sport etabliert habe und sehe, wie viel Zeit die Sportler investieren. Es läge aber auch an den eSportlern sich einen guten Ruf aufzubauen und den Sport so zu präsentieren, „wie es sich gehört für eine Sache, auf die man stolz.“ Was sagen Sie? Sollte der virtuelle Sport offiziell anerkannt werden? Schreiben Sie uns per Mail zum Thema an nauen@preussenspiegel-online.de (ps/man)