Verkehrsunfallbilanz mit Warnsignal

Verkehrsunfallbilanz mit Warnsignal

Überhöhte Geschwindigkeit und die missachtete Vorfahrt waren häufige Ursachen für den Anstieg der Verkehrstoten auf Brandenburgs Straßen. Auch die Zahl der Unglücke im Zusammenhang mit LKW-Unfällen nahm zu. Auf dem Bild sind Verkehrsteilnehmer auf der B5 in Richtung Falkensee/Spandau unterwegs. Foto: man

Deutlich mehr Unfälle und Todesopfer

Havelland. Die Zahl der tödlichen Unfälle auf Brandenburgs Straßen ist im vergangenen Jahr gestiegen. Die Polizei registrierte 148 Verkehrstote. Das waren gut 22 Prozent bzw. 27 Verkehrstote mehr als 2016. In Brandenburg ereigneten sich im Jahr 2017 insgesamt 85.370 Verkehrsunfälle (2016: 82.612), bei denen 11.355 (11.326) Menschen verletzt wurden. Innenminister Karl-Heinz Schröter erläuterte: „Das ist insgesamt keine gute Entwicklung. Damit können wir alle nicht zufrieden sein. Häufigste Unfallursachen sind leider wieder überhöhte Geschwindigkeit und das Missachten der Vorfahrt.“ Auch Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke äußerte sich. Er sagte: „Alle an der Verkehrssicherheitsarbeit Beteiligten müssen ihre Anstrengungen weiter forcieren. Das gilt für Repression, Prävention und Infrastruktur gleichermaßen. Die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen ist eine Daueraufgabe, nicht zuletzt auch für die Verkehrsteilnehmer selbst. Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen wird mit hohem Kontrolldruck auch zukünftig weiter im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei stehen. Das steht fest.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse der Verkehrskontrollen der Polizei. Danach stieg die Zahl der festgestellten Geschwindigkeitsverstöße um mehr als drei Prozent auf 1,6 Millionen (2016: 1,54 Millionen). Die Zahl der Fahrten unter Drogen erhöhte sich um 375 auf 1.815 (2016: 1.440). 3.912 Verkehrsteilnehmer wurden alkoholisiert hinter dem Steuer angetroffen, etwas weniger als im Jahr zuvor (2016: 4.005). Infrastrukturstaatsekretärin Ines Jesse: „Wir bedauern sehr, dass im Vergleich zu 2016 mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind. Das zeigt, dass die Verkehrssicherheitsarbeit im Land fortgeführt werden muss. Dafür engagieren wir uns seit Jahren. Unfallschwerpunkte werden baulich entschärft und mit der Verkehrssicherheitskampagne sind wir seit 20 Jahren in allen Landesteilen unterwegs – um nur zwei Beispiele zu nennen. Allein durch die Arbeit der vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Akteure aber, ist die Unfallbilanz nicht beeinflussbar. Alle, die am Verkehr teilnehmen, egal ob zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto müssen die Regeln beachten und aufmerksam bleiben, wenn sie unterwegs sind.“ (ps/man) 
Am deutlichsten gestiegen ist die Anzahl der Verkehrstoten in den Unfallursachen Geschwindigkeit um 23,5 Prozent (von 34 auf 42) und Vorfahrt um 60 Prozent (von zehn auf 16). Ca. 39 Prozent (58) aller Verkehrstoten in Brandenburg sind auf diese beiden Unfallursachen zurückzuführen. Mit 2.301 Verletzten und einem Anstieg zum Vorjahr um 5,1 Prozent (2.189) stellt die Unfallursache Vorfahrt auch einen großen Anteil (20,3 Prozent) an den insgesamt im Straßenverkehr Verletzten dar. Problematisch bieben auch die Unfälle im Güterverkehr. Diese Unfälle sind insgesamt um 11,4 Prozent auf 14.164 gestiegen. Die Polizei registrierte in Brandenburg 39 Verkehrstote im Zusammenhang mit LKW-Unfällen, ein Anstieg um 14,7 Prozent. 73 Prozent dieser Verkehrsunfälle wurden durch Fahrer von Güterkraftfahrzeugen selbst verursacht. Dazu heißt es weiter in einer Pressemitteilung des Infrastrukturministeriums: "Da der LKW-Verkehr auf den Autobahnen - und hier insbesondere auf der zentralen Ost-West Transitstrecke - zukünftig deutlich zunehmen wird, besteht hier weiterhin Handlungsbedarf."