Wunderbar farbstark

Zwei außergewöhnlichen Schauen im Museum Barberini eröffnet

Potsdam. Das Museum Barberini gibt seit dem vergangenen Wochenende einen überraschenden Einblick in das Werk des Expressionisten Max Beckmann. Sein „Welttheater“ ist einerseits Bühne zur Darstellung des eigenen künstlerischen Verständnisses in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, einer Zeit, die für Kreative nicht immer einfach war. Andererseits porträtierte Beckmann Künstler aus den unterschiedlichsten Bereichen, darunter auch Zirkus-Artisten und Akrobaten oder die Familie des Schauspielers Heinrich George, mit der er eng befreundet war. Die Schau, die die erste Kooperation des Museums mit einem anderen deutschen Haus, der Kunsthalle Bremen ist, erstaunt vor allem durch ihre enorme Farbigkeit und die gelungene Mischung aus Malerei, Grafik und Skulpturen. Zustande gekommen ist sie durch die intensive Auseinandersetzung von Museumsdirektorin Ortrud Westheider mit dem Künstler, denn Museumsstifter Hasso Plattner betonte bereits im Vorfeld, er sei kein Beckmann-Fan. Eigene Gemälde des Künstlers hat das Museum deshalb nicht. So werden erstmals nur Leihgaben gezeigt, die zum Teil aus der Sammlung der Bremer Kunsthalle stammen, aber auch von internationalen Museen und Privatsammlern zur Verfügung gestellt wurden. Nur ein Werk hat einen direkten Bezug zu Potsdam: Nach einem Besuch in einem Babelsberger Filmstudio - wohl auf Einladung von Heinrich George - entstand 1933 das Gemälde „Filmatelier“. Wenige Jahre später ging Beckmann ins Exil nach Amsterdam und verbrachte ab 1947  die letzten drei Jahre seines Lebens in den USA.
Parallel zu Beckmanns „Welttheater“ zeigt das Museum Barberini ausgewählte Werke des zeitgenössischen norddeutschen Malers Klaus Fußmann. „Menschen und Landschaften“ heißt die beeindruckende Schau großformatiger, teils etwas verwirrender, aber immer recht farbstarker Werke, die anlässlich des achtzigsten Geburtstags des Malers gezeigt wird. Freunde, Verwandte, aber auch literarische Figuren und Märchenhelden beschäftigen den Maler, der von 1974 bis 2005 auch als Professor an der Berliner Hochschule der Künste tätig war. Hasso Plattner hat das Schaffen Fußmanns seit den Anfängen seiner Sammlung begleitet. (sg)