Terror in Brandenburg

Terror in Brandenburg

Prof. Dr. Morsch, Vorsitzender der Stiftung Brandenburgischer Gedenkstätten sprach zur Ausstellungseröffnung vor Schülern der Heinz Sielmann Oberschule in Elstal. Foto: Czaplicki

Wanderausstellung an Elstaler Oberschule eröffnet

Wustermark. Die Wanderausstellung „Terror in der Provinz Brandenburg-Frühe Konzentrationslager 1933/34“ wurde an der Elstaler Heinz Sielmann Oberschule eröffnet. Unter anderem befanden sich in Börnicke bei Nauen, Oranienburg, Brandenburg/Havel und Havelberg, frühe Konzentrationslager, die vor den Augen der Öffentlichkeit entstanden sind. Rafal Czaplicki, Pressesprecher der Schule schreibt: „Herr Prof. Dr. Morsch, der Kurator der Ausstellung, schilderte in einer für die Zuhörer plastischen Sprache, wie Andersdenkende bereits zu Beginn des NS-Regimes von den Schergen der SA sowie der SS und örtlicher Polizei in die frühen Konzentrationslager verschleppt und dort gefoltert wurden. Oftmals überlebten die Inhaftierten die Torturen nicht. Dabei spielte es scheinbar keine Rolle, ob sie den Aufsehern, respektive Folterknechten, fremd waren oder aber ihre Nachbarn bzw. Bekannte gewesen sind. So litten in Börnicke die Gefangenen unmittelbar am Ortsrand, sodass ihre Schreie bis ins Dorf zu hören waren.“ Die Wanderausstellung reiht sich in eine Serie von aufklärerischen Veranstaltungen sowie Projekten der Elstaler Oberschule gegen Rassismus ein, da sich die Schule in diesem Schuljahr um die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bewirbt. So wurden neben der unterrichtlichen Aufklärungsarbeit mittlerweile ein Schultheatertag gegen Rassismus, ein Kuchenbasar mit einer Spendenaktion für das künftige Schild am Schulhaus, der Aktionstag für gesundheitliche Aufklärung und gegen Homophobie sowie ein Besuch des Holocaust-Mahnmals in Berlin sowie des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas durchgeführt. Zunächst bleibt die Wanderausstellung nur den Schülern sowie den Lehrern der Elstaler Oberschule zugänglich, ehe sie vom 5. bis 9. Februar 2018 von Historia Elstal e.V. für die Öffentlichkeit geöffnet wird. Czaplicki schreibt dazu weiter: „In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten der frühen Konzentrationslager heute in Vergessenheit geraten sind, möchte die Heinz Sielmann Oberschule Elstal hiermit ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen rassistisch motivierter Gräueltaten setzen. Unser Dank gilt Herrn Prof. Dr. Morsch, dem Vorsitzenden der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, dem Bürgermeister Holger Schreiber und Tobias Bank als Gemeindevertreter für ihre einführenden Worte als auch allen am Programm Beteiligten für die Eröffnung und Realisierung dieser wichtigen Ausstellung an unserer Oberschule.“ Am Ende hielt Herr Prof. Dr. Günter Morsch mahnend fest: „Wenn die Schranken der Demokratie fallen, ist das Tier in vielen Menschen nicht aufzuhalten.“ (ps/man)