Der Anwalt der Bürger

Der Anwalt der Bürger

Der parteilose Jan van Lessen will mit Unterstützung von SPD, Linke und Grüne OB werden

Brandenburg. Auf die Krawatte verzichtet Oberbürgermeisterkandidat Jan van Lessen gerne, beim Lächeln für Fotografen muss er noch etwas üben. Ansonsten ist der 62-Jährige Ex-Commerzbanker und studierte Jurist im Unruhestand, der sich in mehreren ehrenamtlichen Gremien engagiert, immer adrett gekleidet und gut aufgelegt. Immer ein offenes Ohr für seine Zuhörer. Auch wenn sein 100-Tage-Programm noch nicht steht, weiß van Lessen schon genau was er will. Ideen sammelte er fleißig in Bürgerwerkstätten und Gesprächen: Zu Jahresbeginn ist sein 9-Punkte-Wahlprogramm zu lesen, sowohl per Flyer als auch auf seiner Homepage.
Van Lessen will - auch aus der Erfahrungen mit den Querelen um die Packhof-Bebauung, die Bürger stärker beteiligen - u.a. durch Bürgerhaushalte. Viele Bürger - zuletzt auf der Eigenen Scholle - fühlten sich mit ihren Anliegen von der Stadtverwaltung nicht wahrgenommen, kritisiert van Lessen. Er plant eine Ehrenamtskarte, die u.a. Vergünstigungen bei Bus- und Straßenbahnfahren, Theater- und Marienbadeintritt beschert und will das Radwegenetz ausbauen. Denn die Stadt der Zukunft sei von E-Autos und Radfahrern dominiert, ist sich der Parteilose sicher. Zudem sollen die Bürger künftig mehr Behördengänge online erledigen können. Auch wünscht sich van Lessen verstärkte Investitionen in Kitas, Kultureinrichtungen, Schulen und für Musiker. Das Angebot an bezahlbaren und altersgerechten Wohnungen müsse ausgebaut werden, so der OB-Kandidat, der sich eine neue Ufergestaltung vom Wiesenweg bis zum Packhof vorstellen kann. Wenn sich in der Stadtentwicklung nicht etwas ändere wäre die Stadt nicht mehr attraktiv für junge Familien, ist der gebürtige Niedersachse überzeugt. Stadtentwicklung sei nicht alleine mit schönen Fassaden getan: „Schauen sie mal abends in die Hauptstraße, da ist kein Mensch.“
Seinen Wohnsitz wird Jan van Lessen, der drei erwachsene Kinder hat, auch im Falle seiner Wahl in Tieckow behalten. Das Grundstück sei näher zur Brandenburger Innenstadt als der Stadtteil Kirchmöser. Er müsse nicht in Brandenburg leben um als sich als solcher zu fühlen, glaubt van Lessen, dem nicht stört, dass er im Stadtparlament keine klare Mehrheit hinter sich hat.  Gute Ideen ließen sich mit wechselnden Mehrheiten durchsetzen, er sei stets auf Fairness bedacht, so Jan van Lessen, der nicht vor hat, Mitglied einer Partei zu werden.
OB-Wahl ist am 25.2. Außer van Lessen steht Amtsinhaber Steffen Scheller zur Wahl. Weitere Infos zum Kandidaten unter www.jan-van-lessen.de