Deutlich mehr jugendliche Komasäufer

Deutlich mehr jugendliche Komasäufer

Die Zahl der jugendlichen Komasäufer stieg 2016 im Land Brandenburg deutlich an. Foto: Pressestelle DAK

Zahl der Betroffenen steigt im Land Brandenburg um 20,9 Prozent

Havelland. Die Zahl der Komasäufer unter Kindern und Jugendlichen ist 2016 in Brandenburg um 20,9 Prozent angestiegen. Insgesamt wurden 503 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt. Das geht aus einer Statistik des Statistischen Bundesamtes hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hatte die Daten recherchiert. 2015 hatte die Zahl demnach noch bei 416 gelegen. Nur in Sachsen-Anhalt stieg die Zahl prozentual gesehen noch stärker (+26,2 Prozent) an. Besonders Jungen tranken sich häufiger ins Koma (plus 30,2 Prozent). Bei den Mädchen und jungen Frauen betrug der Anstieg demnach 9,2 Prozent. Bei den Jungen und Mädchen in der Altersgruppe von 10 bis 15 Jahren wurden 80 Komasäufer (plus 8,1 Prozent) ins Krankenhaus eingeliefert. In der Altersgruppe von 15 bis 20 stieg die Zahl dagegen deutlich von 342 auf 423 um 23,7 Prozent. Der Vorstandschef der DAK-Gesundheit Andreas Storm sagte: "Dass jetzt erstmals seit drei Jahren die Zahlen wieder ansteigen, ist eine alarmierende Entwicklung". Darüber hinaus betonte er, dass die Zahlen für seine Krankenkasse ein Auftrag seien, die Präventionsangebote für Jugendliche fortzusetzen. Mit der Bundesdrogenbeauftragten werde die DAK-Gesundheit im kommenden Jahr die Kampagne "bunt statt blau - Kunst gegen Komasaufen" fortsetzen. Storm ergänzte: "Solche wichtigen Gesundheitsthemen sollten in den Schulalltag einfließen". Nach Angaben der DAK gab es bundesweit nur 1,8 Prozent mehr Komasäufer. Demnach wurden insgesamt 22 309 Kinder und Jugendliche nach exzessivem Alkoholkonsum im Krankenhaus behandelt. Damit gebe es erstmals seit 2012 wieder einen Anstieg beim Komasaufen. (ps/man)