Kampf ums Ortsteil-Rathaus

Kampf ums Ortsteil-Rathaus

Wegen der geschlossenen Ortsteilverwaltung in Kirchmöser kam es diese Woche zu Bürgerprotesten. Foto: pet

Ab Montag soll die Kirchmöseraner Verwaltung wieder wie gewohnt geöffnet sein

Kirchmöser. „Tut etwas!“, sagt ein frustrierter Bürger am Dienstagabend angesichts der völlig überfüllten Ortsteilverwaltung in Kirchmöser zu dem SPD-Stadtverordneten Carsten Eichmüller. So „stauten“ sich 20 zum Teil wütende Bürger in 90 Minuten Öffnungszeit. Normalerweise gibt es in der Außenstelle der Stadtverwaltung am Seegarten kaum Wartezeiten. Ihre Angelegenheiten konnten nur bearbeitet werden, weil die Verwaltungsmitarbeiterin länger arbeitete und auch der Revierpolizist sich bereit erklärte, für die Sicherheit zu garantieren.
„Wir bedanken uns bei beiden für die Bürgerfreundlichkeit und zollen der Mitarbeiterin und dem Revierpolizisten unseren Respekt“, so Carsten Eichmüller. „Aber freiwillige Überstunden können nicht die sinnfreie Schließung der Ortsteilverwaltung ersetzen. In Plaue und Kirchmöser leben fast 8000 Bürger. Wenn wir von kurzen Verwaltungswegen im Kreisfreiheitsprozess sprechen, dann sollten wir bei uns anfangen, dieses umzusetzen“, so der Stadtverordnete, der sich für die alten Öffnungszeiten einsetzt -  notfalls wolle die SPD dies mit einem Antrag in der Stadtverordneten-Sitzung durchsetzen. „Wir erwarten wirkliche Bürgernähe und damit die Zustimmung durch die SVV“, so der Plauer Stadtverordnete Udo Geiseler. Die Stadtverwaltung hatte vor einigen Wochen die Schließung verfügt weil die einzige Mitarbeiterin von einem Besucher bedroht wurde. Der Ordnungsbeigeordnete Michael Brandt hatte daraufhin angekündigt das er nach einem neuen Standort suche, der sicherer sei. Im Gespräch ist das Ärztehaus am Südtor.  Wegen Mitarbeitermangel und Bearbeitungsrückstand hatte die Brandenburger Hauptverwaltung aber ohnehin in den letzten Jahren Mitarbeiter aus den Ortsteilverwaltungen abgezogen. Rand-Brandenburger stehen seitdem öfter vor verschlossenen Türen bzw. müssen ihre Dinge am Nikolaiplatz klären.
Zumindest im Fall von Kirchmöser hat Bürgermeister Steffen Scheller am Donnerstag reagiert und verspricht: „Am Montag öffnet die Ortsteilverwaltung am Seegarten wie gewohnt zu den normalen Sprechzeiten, so dass die Plauer und Kirchmöseraner unkompliziert ihre Angelegenheiten vor Ort erledigen können.“ Damit die Mitarbeiterin keine weiteren Übergriffe  oder Bedrohungen fürchten muss, ist vorübergehend Wachschutz beauftragt, sie während der Sprechzeiten zu schützen.