Die Entwicklung einer Stadt

Die Entwicklung einer Stadt

Manuel Meger wurde zu Nauens neuem Bürgermeister gewählt und hat viele Ziele. Sein erster Tag im Amt beginnt am 26. Januar 2018. Foto: man

Nauens neuer Bürgermeister Manuel Meger will die Funkstadt voranbringen

Nauen. Mit 66 Stimmen Vorsprung wurde Manuel Meger zu Nauens Bürgermeister gewählt. Der 35-Jährige engagiert sich in der Politik, um „etwas zu ändern, zu entwickeln und nicht nur zu meckern“. Der gebürtige Nauener will den Bau eines Sportplatzes am Goethe-Gymnasium realisieren, den „Mangelbedarf an Kitaplätzen“ verbessern und den Schulbau vorantreiben. Meger sagt: „Was finanziell machbar ist, wird auch gemacht“. Zu den weiteren Zielen des neuen Stadtoberhaupts zählt außerdem die Instandsetzung und der Ausbau der Freilichtbühne. Meger glaubt, dass er „keine unrealistischen Sachen versprochen hat, die man nicht einhalten kann“. So will er den Fokus auch auf „realistische, sozialverträgliche Kita-Beiträge“ legen. Dennoch sollen an der Gestaltung des Haushalts 2018 keine Veränderungen mehr vorgenommen werden. Langfristig gesehen sei insbesondere der Schulbau in den nächsten drei bis fünf Jahren eine Herausforderung. Am 26. Januar 2018 beginnt Megers erster Arbeitstag im Rathaus. Den Sieg musste der Evangele „erstmal realisieren“. Er schätzt die Vielfalt und Schönheit der Funkstadt mit ihren Ortsteilen. Dazu sagt er: „Es gibt ganz viele schöne Ecken, allein die Kirchen in Markee und Markau, den kleinen Unterortsteil Quermathen, da gibt es eine schöne Bank am See, mit tollem Ausblick, Tietzow hat sein eigenes Flair, Niebede, die historische Altstadt, da gibt es so viele schöne Ecken, das sind nicht unbedingt die großen, eher die gemütlichen, um abzuschalten. Der Charme ist doch eigentlich, die Kernstadt im Herzen und ringsum die wunderschönen Ortsteile. Das ist auch einzigartig. Nauen ist von der Fläche her eine der größten Städte, die es deutschlandweit gibt.“ So umfasst das Areal laut Google Maps 266,8 Quadratkilometer, im Vergleich dazu umfassen Potsdam 187,3 Quadratkilometer und das badem-würtembergische Stuttgart 207,4 Quadratkilometer Fläche. Das Verbindende soll bei der Zusammenarbeit der Kernstadt mit den Ortsteilen im Vordergrund stehen. Unter anderem soll sich verbessern, „dass die Ortsvorsteher nicht nur zweimal im Jahr ins Rathaus eingeladen werden.“ Laut dem Vorsitzenden der Ländlichen Wählergemeinschaft Nauen soll sich hier der Kontakt und die Kommunikation verbessern, weil die „Leute direkt an der Basis sind.“ Meger geht es darum, „die Leute vor Ort“ ohne großen Bürokratieaufwand direkt einzubinden. Auch die Geschichte der Ortsteile gehört für Meger zur Historie der Stadt. Diese könnte seiner Ansicht nach auch in der Stadt zusammengeführt und archiviert werden. Meger erinnert: „Das Amt Nauen wurde 1720 gegründet, der damalige Amtssitz war in Berge. Wenn wir Berichte aus Wachow, Berge und anderen Ortsteilen auch in die Kernstadt projizieren, kann das für alle interessant sein, wir sind eine Stadt“. Bei der Organisierung der Ortsteilfeste hofft der 35-Jährige auf ein „Umdenken“. Beispielsweise sei es möglich, ein Ortsteilfest als Höhepunkt in der Kernstadt zu veranstalten. Ein weiteres Anliegen ist es, die Bürgerbeteiligung zu verbessern. Bis März können Ideen für das sogenannte Bürgerbudget eingereicht werden. Zu bisherigen inhaltlichen Differenzen, beispielsweise mit der Linkspartei sagt Meger: „Als Christ bin ich nicht nachtragend. Ich werde mit allen sprechen, wenn man mit mir sprechen möchte, schließlich geht es um die Sache und die Stadt Nauen“. Als erste Amtshandlung wird sich das künftige Stadtoberhaupt ein Familienfoto von Frau Jana und den Söhnen Pepe und Eddy auf den Schreibtisch stellen. Er möchte sich „ bei allen politischen Mitstreitern und Wählern bedanken“ und weiß „den familiären Rückhalt“ zu schätzen. Der Geschäftsführer des Flugplatzes Bienenfarm sagt: „Hätte die Familie da nicht mitgemacht, würde ich heute nicht da stehen, wo wir sind“. Großmutter Lydia Meger kocht trotz ihrer 91 Jahre des öfteren das Essen, vier Generationen sitzen an einem Tisch. Abseits der Politik ist der Nauener begeisterter Fan des 1. FC Union Berlin. Er besitzt eine Dauerkarte und versucht bis zum Amtsantritt „kein Spiel zu verpassen“. Meger sagt zu den Aufstiegschancen des Zweitligisten: „Es ist wie in der Politik, nach vorne gucken und nicht nach hinten“. (ps/man)