Sturm Xavier sorgt für Verwüstung

Sturm Xavier sorgt für Verwüstung

Windgeschwindigkeiten bis 115 km/h lassen viele Bäume umstürzen

Brandenburg. Am Freitag war Sturm „Xavier“ Gesprächsthema Nummer 1 in der Havelstadt:  einer der schlimmsten Stürme der letzten Jahrzehnte mit Windgeschwindigkeiten bis 115 km/h tobte Donnerstagnachmittag  zwei Stunden durch die Region, legte in Potsdam-Mittelmark und Klein Kreutz Stromnetze  für Stunden lahm, kappte Zugverbindungen und versperrte mit umgestürzten und abgebrochenen Bäumen Straßen. Überall flogen Sachen durch die Gegend - Ziegel, Äste, Wegweiser. Verschärft wurde das Problem weil der Sturm mitten im Berufsverkehr losbrach und sich zu dem Zeitpunkt viele Menschen auf dem Nachhauseweg befanden.
Die Schulen beendeten vorsorglich bereits am Vormittag den Unterricht und schickten die Kinder nach Hause - was sich im nachhinein als richtig erwies. Der Zug-Ausfall sorgte dafür dass viele Reisenden bis Freitag Mittag nicht mehr weiterkamen und auf Bahnhöfen oder in Hotels übernachten mussten. Wer gute Freunde hatte, ließ sich mit dem Auto abholen. Aber das Wetterchaos sorgte auch für viele Unfälle. Vor einem Supermarkt in der Potsdamer Straße fiel ein Baum auf einen Mercedes. In Brandenburg an der Havel wurden viele Veranstaltungen abgesagt, darunter auch das Training des Bailaro-Vereins. In Kirchmöser brach das O2-Telefonnetz zusammen - hier funktioniert das Internet des Mobilfunkanbieters schon seit Monaten nicht richtig. Zwischen Fohrde und Brandenburg ging eine halbe Stunde gar nichts mehr bis Feuerwehrleute die umgestürzten Bäume von der Straße räumten. Eine Vollsperrung in der Ziesarer Landstraße bei Wilhelmsdorf nutzten Autofahrer um über Wege aus dem Krisengebiet herauszukommen. Zwischen Prützke und Paterdamm lagen mehrere Bäume auf der Straße.
Bundesweit starben im Sturm sieben Menschen, davon vier im Land Brandenburg. Die Feuerwehrleute waren bis Freitag unermüdlich im Einsatz um Straßen und Grundstücke wieder zugänglich zu machen. Binnen 16 Stunden wurden 100 Einsätze registriert - zwei Feuerwehrleute wurden dabei verletzt. Im Einsatz waren 60 hauptberufliche Feuerwehrleute, dazu kamen zahlreiche Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. Verkehrsministerin Karin Schneider warnt, dass auch am Wochenende weiterhin Gefahr von herabstürzenden Ästen besteht. Zudem sei mit erhöhten Wildwechsel auf Autobahnen zu rechnen weil viele Wildzäune beschädigt wurden. Die Reparaturarbeiten durch die Straßenwärter würden mehrere Tage in Anspruch nehmen, sagt Schneider, derzufolge neben den Straßenmeistereien auch Vertragsfirmen beauftragt wurden um umgestürzte Bäume und Äste zu beseitigen.