Tiemann zieht in den Bundestag ein

Tiemann zieht in den Bundestag ein

Dietlind Tiemann mit ihrem möglichen Nachfolger Steffen Scheller

Stadtchefin Dietlind Tiemann siegt im Wahlkreis 60

Brandenburg. Im Wahlkreis 60, der sich von Brandenburg an der Havel bis Rathenow und Jüterbog erstreckt, setzte sich die Favoritin Dr. Dietlind Tiemann (CDU) bei der Bundestagwahl durch. Die Brandenburger Oberbürgermeisterin siegte mit 31,8 Prozent der Stimmen vor dem im Wahlkampf schwer erkrankten Prof. Erardo Rautenberg (SPD/25,1), Klaus-Dieter Riedelsdorf (16,9) und der Linken Anke Domscheit-Berg (15,1 Prozent). Letztere zieht über die Landesliste ebenfalls in den Bundestag. Tiemann ist die erste christdemokratische Kandidatin, die in der einstigen SPD-Hochburg das Erstmandat holen kann. Seit 2003 gewinnt die 62-Jährige, dessen Kandidatur überraschend kam, jede Wahl. Auch die CDU landet im Wahlkreis 60 mit 28,2 Prozent auf Platz 1, gefolgt von SPD (20,7), AfD (17,9), Linken (16,6), FDP (6,5) und Grünen (4,2 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 Prozent. Vermutlich wird Tiemann ihr Mandat im Oktober antreten und damit als Oberbürgermeisterin zurücktreten. Kommissarisch wird bis zu Neuwahlen im Februar/März ihre Geschäfte ihr Stellvertreter Steffen Scheller übernehmen, dem auch beste Chancen für die OB-Wahl vorausgesagt werden.

SPD, Linke und Grüne wollen Dienstag ihren Bürgermeister-Kandidaten präsentieren.

Dietlind Tiemann schlägt erwartungsgemäß Steffen Scheller als neuen Oberbürgermeister vor: "Ich kann mir keinen besseren vorstellen.Das Amt des Oberbürgermeisters muss auch in Zukunft kraftvoll und mit Herz und Verstand wahrgenommen werden. Steffen Scheller verfügt über hervorragende Erfahrung und ist eine starke Stimme für die positive Entwicklung unserer Stadt. Er hat wichtige Investitionen für Bildung und Wirtschaft durchgesetzt. Mit großem sozialen Augenmaß hat er dabei über 10 Jahre den Haushalt konsolidiert und kann heute einen Haushaltsüberschuss ohne neue Schulden vorweisen. Das ist eine beeindruckende Leistung, die uns vor Jahren niemand zugetraut hätte."Zu ihrer Direktwahl bei der gestrigen Bundestagswahl sagt Tiemann: "Es liegt eine spannende Wahlnacht hinter uns. Ich bedanke mich bei den vielen Unterstützern, aber vor allem bei den Bürgern für das entgegengebrachte Vertrauen. Das sehr gute Ergebnis ist für mich ein Ansporn. Die Bürger können sich darauf verlassen, dass ich meine jahrelange Arbeit vor Ort für die positive Entwicklung unserer Stadt und unserer Region fortsetzen und mich wie bisher für die Menschen einsetzen werde, wenn auch zukünftig in der Funktion eines Bundestagsmitglieds."