Für mehr Züge nach Berlin

Für mehr Züge nach Berlin

Regionale Bürgermeister wünschen sich höhere Taktfrequenz auf der RE1-Bahnlinie

Brandenburg. Überfüllte und verspätete Regionalexpresse von und nach Berlin - die Bahn ist nicht nur bei Berufspendlern ein Ärgernis. Dennoch plant die rotrote Landesregierung im neuen Nahverkehrsplan bis 2030 keine Veränderungen, will das Problem aussitzen! Den Betroffenen reicht es, sie haben in den vergangenen Wochen 4000 Unterschriften für eine Taktverdichtung gesammelt und haben die lokalen Bürgermeister auf ihrer Seite. Die trafen sich Donnerstag  vor dem Hauptbahnhof, um Verbesserungen zu fordern und einen Brief an Infrastrukturministerin Kathrin Schneider abzuschicken. „Wir wollen nicht abgehangen werden“, fordert etwa Initiativlerin Dajana Ringlau, die täglich zur Arbeit nach Berlin fährt. Der Groß Kreutzer Bürgermeister Reth Kalsow kritisiert, dass die positive (Bevölkerungs)Entwicklung der letzten Jahre bei den Taktzeiten nicht berücksichtigt werde.  Angesichts vieler Staus auf B1 und A2 müsse die Bahn die Straße entlasten. Lehnins Gemeindechef Uwe Brückner sagte, dass zu attraktiven Lebensbedingungen schnelle Bahnverbindungen gehören. Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann bemängelt das Gedränge in den Zügen und das viele Fahrgäste keinen Sitzplatz erhalten. Zudem sei die Fahrzeit nach Berlin mit 40 min.  zu lang. Die Züge müssten auch mehr Platz für Räder aufweisen, denn viele Touristen kämen mit dem Drahtesel. Werders Bürgermeisterin Manuela Saß moniert, dass der ABC-Tarif nicht bis Brandenburg gilt. Ein Bahnticket sei so fast so teuer wie ein Taxi. THB-Präsidentin Prof. Wieneke-Toutaoui sagt, dass viele Studenten wegen Nebenjobs und Praktika auf die Bahn angewiesen seien. Die Platzsituation in den Zügen sei oft unerträglich. Die Initiative fordert u.a., dass der RE1 künftig drei mal stündlich fährt und zwei Mal auch in Götz und Groß Kreutz hält. Zudem solle der ABC-Tarifbereich, der jetzt in Werder endet, bis Brandenburg an der Havel ausgeweitet werde.