Altenpflege ist Erfolgsgeschichte

Altenpflege ist Erfolgsgeschichte

Ziehen was die Altenpflegeaushilfe-Ausbildung anbetrifft an einen Strang: Klinikchefin Gabriele Wolter (li.), Schulleiterin Sabine Pekrul ((2.von li.), die Ausbildungschefinnen Brandenburger Pflegedienste und Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (re.). Foto: pet

In Brandenburg an der Havel werden seit zwei Jahren wieder Altenpfleger ausgebildet

Brandenburg. Die Zahl der Rentner wuchs in der Havelstadt und damit der Pflegebedarf: die Zahl der Pflegebedürftigen stieg seit 2005 von 1748 auf zuletzt rund 3000. In den vergangenen Jahren wurden neue Pflegeheime gebaut und derzeit sind in der Bergstraße und Plauer Straße neue Heime im Bau. Um zu verhindern dass sich die Träger gegenseitig das Fachpersonal abwerben, sollen künftig mehr Altenpfleger ausgebildet werden. Nach zweijährigen Behörden-Marathon gelang es dem Städtischen Klinikum im Oktober 2015 die Altenpflegeausbildung wieder in der Stadt Brandenburg zu holen: seitdem  werden jährlich 25 Erstauszubildende und Umschüler im Alter von 16 bis 50 Jahren dort ausgebildet. Die Zahl der Kooperationspartner sei inzwischen von acht auf 20 gestiegen, freut sich Klinikchefin Gabriele Wolter. Während die Schulausbildung (Platzkosten 311 bzw. 380 €) vom Landessozialamt bzw. der Arbeitsagentur erfolgt, müssen die Pflegedienste die praktische Ausbildung finanzieren. Der Bedarf an Fachkräften sei noch lange nicht gedeckt, sagt die Leiterin der Altenpflegeschule, Sabine Pekrul. Es werde deshalb über einen Erweiterungsbau auf dem MHB-Campus nachgedacht, weil die jetzigen Räume in der Medizinischen Schule ausgelastet seien. Noch immer müssten einige angehende Altenpfleger aus Brandenburg in anderen Städten lernen. Weil die Praktikumsplätze der Brandenburger Schüler sich quasi vor der Haustür befänden, könnten die Lehrer auch intensiv bei der praktischen Ausbildung betreuen und dort Leistungskontrollen durchführen, so Pekrul, derzufolge es trotz glänzender Berufsaussichten einige Abbrecher gibt. Sowohl Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann als auch Klinikgeschäftsführerin Wolter kritisieren die langen Zulassungszeiten für Altenpflegeschulen. Laut Tiemann werde die Stadtverwaltung und das Stadtparlament alles tun die Gesundheitsvorsorgung der Bevölkerung zu verbessern. Dazu würde das Klinikum bei Investitionen gefördert statt als Gesellschafter eine Gewinnbeteiligung zu verlangen. Die Klinik betreibt inzwischen auch zahlreiche Arztpraxen. Von der Trägern kommt für die neue Altenpflege-Schule nur Lob, die Ausbildung sei klasse.  Nächstes Ziel der Medizinische Schule sind u.a. Bachelorangebote für Physiotherapeuten und die Wiederaufnahme der Hebammenausbildung.