Politische Reife und neue Chancen

Piraten-Vorsitzender äußert sich zu bevorstehendem Bürgermeisterwahlkampf

Nauen. Der Vorsitzende der Piratenpartei Havelland Raimond Heydt äußert sich zum bevorstehenden Bürgermeisterwahlkampf. Er schreibt: „Oliver Kratzsch (SPD) verfügt nicht über das Format das Amt des Bürgermeisters auszufüllen. Seine Auftritte sind oft sehr peinlich und erzeugen das Gefühl des Fremdschämens. Seine irrlichternde erste Wahlkampfrede hat viele seiner Unterstützer verunsichert, insbesondere bei der Partei die Linke. Deshalb tendieren Menschen, die mit dem Status quo zufrieden sind eher zu Eckart Johlige (CDU), der aber mit seiner Arbeit als Anwalt ganz zufrieden ist und nicht wirklich Bürgermeister werden will. Johlige sieht es als seine Pflicht an, dass die „Kanzlerpartei“ in einer Stadt wie Nauen einen eigenen Kandidaten aufstellt. Die CDU in Nauen liegt kommunal auf ihrem gefühlten Allzeithoch bei 13 Prozent. Die CDU Wählerschaft in Nauen ist traditionell zu schwach, als dass Johlige, trotz einiger unerwarteter Unterstützung, realistische Chancen hat vor Oliver Kratzsch zu landen. Anders bei dem parteilosen Kandidaten Manuel Meger von der Ländlichen Wählergemeinschaft (LWN). Meger hatte als unbedarfter Neuling bei der letzten Bürgermeisterwahl gegen den amtierenden Bürgermeister Detlef Fleischmann auf anhieb 42 Prozent geholt.“ Meger sei laut Heydt „politisch gereift“ und habe seiner Ansicht nach durch den Fraktionsvorsitz LWN/Bauern an Statur in der Stadt gewonnen. Weiter schreibt der Havelländer: „Der SPD-Block in Nauen ist kommunal sehr stark, aber zu einen hat sich der Wind im Landkreis Richtung CDU gedreht und zu anderen ist der Personalvorschlag der SPD eher schmalbrüstig, weshalb ich Meger, vor Kratzsch und Johlige erwarte. Vermutlich wird aber eine Stichwahl entscheiden müssen, wo ich Manuel Meger mit seiner unideologischen Art klar vorne sehe, da viele Bürger 25 Jahre Genossenfilz in Nauen satt haben.“ Das die AfD in ihrer laut Heydt „gefühlten Hochburg“ Nauen keinen Kandidaten aufstelle, überrascht den Piraten nicht. Er sagt: „Ein frisch umgemeldeter Berlinimport, wäre sicherlich grandios gescheitert und eine vier Prozent Klatsche wollte man sich wohl ersparen.Ebenso wenig überrascht es, dass die AfD sich für Manuel Meger ausgesprochen hat. SPD und CDU sind als Systemparteien das Feindbild und ein ländlich, leicht konservativ, geprägter parteiloser Kandidat ist aus Sicht der AfD besser als die anderen Optionen. Manuel Meger hat mit der AfD nichts am Hut, weshalb ich ihm raten würde, einen klaren Strich zwischen sich und der AfD zu ziehen.“ Was sagen Sie? Mailen Sie an nauen@preussenspiegel-online.de (ps/man)

Kommentare

  1. User
    Eckart Johlige Nauen, Di, 01.08.2017 09:29

    Ich bin ja regelrecht überrascht, dass Herr Heydt auch jenseits des von ihm sonst praktizierten politclownescen Aktionismus zu halbwegs ernstgemeinten Analysen in der Lage zu sein scheint. Zu meinen Mitbewerbern möchte ich mich selbst nicht äußern. In einem muss ich Herrn Heydt aber korrigieren: obwohl ich mit meinem Beruf als Rechtsanwalt tatsächlich sehr zufrieden bin - sonst würde ich diesen Beruf nicht bereits über 20 Jahre ausüben - freue ich mich schon sehr darauf, als Bürgermeister zu gestalten und meine bisherigen beruflichen Erfahrungen in diese verantwortungsvolle Tätigkeit einbringen zu können. Insofern ist es nicht richtig, dass ich gar nicht wirklich Bürgermeister werden will. Richtig ist, dass ich tatsächlich viel freundlichen Zuspruch von zahlreichen Nauener Bürgern bekomme und ich auf meinen Beruf als Anwalt - den ich als Bürgermeister nicht mehr ausüben darf - sicherlich mit Dankbarkeit zurückblicken werde.