Deutlich mehr Schlafstörungen

Deutlich mehr Schlafstörungen

Die Zahl der Schlafstörungen bei Brandenburgs Arbeitnehmern nimmt laut neuesten Statistiken deutlich zu. Foto: djd/DreamTec/realstock1 - Fotolia

Auswertung des DAK-Gesundheitsreports offenbart alarmierende Entwicklungen

Havelland. 82 Prozent der Arbeitnehmer in Brandenburg schlafen schlecht, das sind 987.000 Menschen. Das Phänomen wird im neuen DAK-Gesundheitsreport „Brandenburg schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“ analysiert. Dazu wertete das IGES-Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Brandenburg aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Die Ergebnisse wurden mit einer DAK-Untersuchung aus dem Jahr 2010 verglichen. Laut DAK-Gesundheitsreport leidet etwa jeder zehnte Arbeitnehmer (10,2 Prozent) in Brandenburg und den angrenzenden Bundesländern unter schweren Schlafstörungen (Insomnien) mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Seit dem Jahr 2010 stieg der Anteil der von Ein-und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 64 Prozent an. Bei schweren Schlafstörungen (Insomnien) gab es seit 2010 einen Anstieg von 113 Prozent. Die Einnahme von Schlafmitteln hat sich laut DAK noch rasanter entwickelt. Der Anteil derjenigen, die in den vergangenen drei Monaten mindestens einmal ein Schlafmittel eingenommen haben, stieg in sechs Jahren von 4,8 auf 10,3 Prozent. Die DAK-Analyse für Brandenburg zeigt darüber hinaus, dass sich dieser Trend auch bei den Krankmeldungen auswirkt. Die Anzahl der Fehltage aufgrund von Schlafstörungen verdoppelten sich von 2005 bis 2015 – auf jetzt 3,77 Tage je 100 Versicherte. Die große Mehrheit versucht allein mit den Schlafproblemen zurechtzukommen und geht nicht zum Arzt. Selbst Erwerbstätige mit der schweren Schlafstörung Insomnie gehen meist nicht zum Arzt: 70 Prozent von ihnen lassen sich nicht behandeln. Die zunehmenden Schlafstörungen in der Bevölkerung sollten uns wachrütteln. Viele Menschen kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie können ihre eigenen Batterien nicht mehr aufladen“, sagte Anke Grubitz von der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Brandenburg. Die Beschwerden müssten ernst genommen werden, da chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit ernsthaft schaden könne. Nach der Studie der DAK-Gesundheit schauen 77 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme und Serien, 67 Prozent erledigen Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone. (ps/man)